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Beratung, Coaching, PE & OE, HR oder Personal-Training – Themen der letzten 23 Jahre, Teil 1: 1995 bis 1997

Zeitreise Beratung von Unternehmen und Personal

Mit einen subjektiven Blick auf die letzten 23 Jahre rund um die Themen von Personal, Beratung, Training, Personal- und Organisationsentwicklung oder neudeutsch HR befasst sich dieser umfangreiche Artikel. Subjektiv ist mein Blick aus mehrerlei Hinsicht. Erstens sehe ich mich außerstande, die zahlreichen Publikationen dieses Zeitraums zu sichten und zweitens werde ich auch hier manches Thema weglassen müssen, weil Sie sonst wahrscheinlich recht schnell die Seite verlassen. Seien Sie also eingeladen, anhand von verschiedenen Veröffentlichungen, die Entwicklung der Beratung von Unternehmen und Organisationen allgemein zu reflektieren und für sich möglicherweise den einen oder anderen Schluss zu ziehen.

Ich selbst bin seit 27 Jahren Unternehmer und seit 1995 in der Beratung und im Coaching tätig. Somit möchte ich auch das Jahr zum Beginn meiner Betrachtungen wählen. Anhand von Zitaten aus Büchern, Periodika oder eigenen Erfahrungen und Erkenntnissen aus den entsprechenden Zeiträumen soll diese Zeitreise zurück in die Zukunft gelingen. Ein Mikroblick, der mich zum Nachdenken brachte.

1995 – Philosophie des Personalmarketings, „Nieten in Nadelstreifen“ und Technik als Heilsbringer

Personalmarketing ist eine Philosophie, ist eine Denkhaltung im Unternehmen. … Worin besteht dieses neue Denken, die Philosophie? Ist … eine Grundhaltung der Kundenorientierung … Bei einer so verstandenen Personalarbeit geht es um eine grundsätzliche Denkhaltung, die sich an den Bedürfnissen Ihrer Kunden, der Mitarbeiter orientiert. … Unternehmenskultur in der Innenwirkung und Unternehmensimage in der Außenwirkung entfalten ihre Wirkung in den internen und externen Arbeitsmärkten.Prof. Dr. Christian Scholz, Artikel Personalmarketing ist neues Denken, 5/1995, PE-Perspektiven vom Machwürth Team, Seite 1

Das neue Denken wird im Jahre 2018 im HR mit dem englischen Begriff Mindset als notwendige Voraussetzung für New Work und agiles Arbeiten beschrieben. Es gibt im Jahr 2018 eine heiße Diskussion darüber, ob der Fachkräftemangel nicht „nur“ ein Mangel an Visionen oder Ideen und die Konsequenz mieser Unternehmenskultur(en) ist …

In London erscheint das Buch „Company Man“ bei HaperCollins, die Übersetzung erfolgt 1996 ins Deutsche.

Der Lack ist ab. Manager sind auch nur Menschen – und wenn es um neue Herausforderungen geht, erweisen sie sich nur zu oft als „Nieten in Nadelstreifen“.John Kennerth Galbraith, im Klappentext über das Buch „Die Manager“, Anthony Sampson, Hoffmann und Campe, Hamburg, 1996

Zwei weitere Zitate aus diesem Buch fallen mir auf …

Lesen Sie mehr Romane und weniger Wirtschaftsbücher. Beziehungen sind das einzige, was wirklich zählt. Tom Peters zitiert in „Die Manager“, Anthony Sampson, Hoffmann und Campe, Hamburg, 1996, Seite 9

Tom Peters ist nach meiner Recherche ein Unternehmensberater.

Die Menschheit, die noch nie zuvor geschlossen bereit war, eine der universellen Konfessionen anzunehmen, die ihr das Heil versprechen, ist offenbar gewillt, sich vorbehaltlos zur Religion der Naturwissenschaft und Technik zu bekennen.David Landes, aus „Der entfesselte Prometheus“ (1969), zitiert in „Die Manager“, Anthony Sampson, Hoffmann und Campe, Hamburg, 1996, Seite 97

David S. Landes, 1924 bis 2013, war ein Wirtschaftshistoriker

Aus der Sicht von Digitalisierung und Dieselskandal lesen sich diese Zitate wie Weissagungen von Wirtschaftspropheten längst vergangener „Beratungszeiten“.

Unternehmens- und Personalberatung SL | Marketing & Management

In dem Jahr erfolgt die Neuausrichtung meines Unternehmens auf Marketing, Unternehmensentwicklung, Personalberatung, Coaching und Prozessberatung.

1996 – Mitarbeiterbeteiligung, Ordnung und klare Hierarchie als Erfolgsfaktor und Angst als Führungsinstrument

In Deutschland erscheint auch das Mind-Map-Buch von Tony und Barry Buzan – eine Methode, die sich besonders unter den kreativen Zeitgeistern bis heute großer Beliebtheit erfreut.

Auf den Weg ins dritte Jahrtausend zwingt zunehmender Wettbewerbsdruck die Unternehmen, ihre Zielsetzungen und Wertesysteme zu verändern. … Es bedarf der Beteiligung vieler, und nicht nur einiger weniger, um diese Veränderung auch erfolgreich umzusetzen. Aufgabe der Führung ist es dabei, in den Mitarbeitern die Energien und Ressourcen freizusetzen, diese Veränderungen erfolgreich zu bewältigen. Thomas Grundmann und Michael Gambla, Artikel Organisationen im Wandel – Führungskräfte und deren Entwicklung, 10/1996, PE-Perspektiven vom Machwürth Team, Seite 1

In dem Jahr lese unter anderen Büchern auch das Werk von Wolfgang Denz:

Die alte Garde von Managern, die nach 1945 die Wirtschaft wieder auf Hochtouren gebracht hat, übertrug ihre Erfahrungen, die sie beim Militär gemacht hatte, direkt auf die Unternehmen. Klare Hierarchie, klare Befehlswege, klare Ordnung. Sie war unbestritten erfolgreich und ist davon überzeugt, daß sie wegen ihres Führungsstils so erfolgreich war. Ihre Kritiker behaupten, sie sei es trotz ihres Führungsstils gewesen.Wolfgang Denz, Erfolgsfaktor Verkauf, Wirtschaftsverlag Langen Müller/Herbig, München, 1996, Seite 63

und eine Seite weiter liest man folgendes:

Erwachsene Menschen werden im Beruf heute immer noch behandelt, wie früher Kinder, geistig Behinderte oder Senile. Der Vorgesetzte sagt ihnen, was sie tun sollen (was richtig ist), er schaut kritisch zu, springt auf und verhindert „Schlimmeres“, tadelt und straft („Mußte leider sein.“). usw. Management by Angst. … Flucht in den Alkohol verursachte 1992 der deutschen Wirtschaft Kosten in Höhe von achtzig Milliarden Mark. … Dreiviertel meinen, daß sie mit mehr Verantwortung mehr Spaß an der Arbeit hätten.Wolfgang Denz, Erfolgsfaktor Verkauf, Wirtschaftsverlag Langen Müller/Herbig, München, 1996, Seite 64

Das Thema Mitarbeiterbeteiligung wird 2018 zentral für alle heutigen Schlagworte wie Agilität oder New Work diskutiert. Im Jahr 2015 werden die direkten und indirekten Kosten des Alkoholkonsums in Deutschland mit etwas weniger als 40 Milliarden Euro angegeben. Die Beteiligung von Menschen (Mitarbeitern) in wichtigen Entscheidungsprozessen und allgemein ist keineswegs Standard in deutschen Unternehmen. Es gibt im Mittelstand ebenfalls erhebliche Unterschiede, was diese fördernde Unternehmenskultur betrifft. Seit 2015 gibt es das bundesweite Förderprogramm unternehmensWert:Mensch und unternehmensWert:Mensch plus, das explizit auf Mitarbeiterbeteiligung setzt. Das Programm vom BMAS ist leider nur sehr wenigen klein- und mittelständischen Unternehmen bekannt.

Doch besonders beeindruckt hat mich ein Klappentext eines Büchleins vom Rowohlt Verlag:

Fraktale funktionieren auf der Basis von Selbstorganisation und Selbstoptimierung in kleinen, schnellen Regelkreisen. Jeder erbringt einen Nutzen für einen anderen und erhält dafür einen Gegenwert. Unternehmen, die von Warnecke als lebendige Organismen aufgefaßt werden, sollten, so lautet seine zentrale Botschaft, nach dem Prinzip der Fraktale organisiert und als Netzwerke geführt werden. Das Fraktal wird – so heißt Warneckes Prognose – zum zentralen Gestaltungselement in Unternehmen.Hans-Jürgen Warnecke, Die Fraktale Fabrik, Revolution der Unternehmenskultur, Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH, Hamburg, 1996, Klappentext

Der geneigte Leser kann das Experiment gern selbst unternehmen und Fraktale durch Agilität ersetzten.

1997 – Mit Reengineering auf neuen Führungspfaden, Kreativität wird salonfähig und …

In diesem Jahr fällt mir das Taschenbuch „Das prozeßzentrierte Unternehmen“ mit dem Untertitel „Die Arbeitswelt nach dem Reengineering“ in die Hände.

Indem Business Reengineering den Schwerpunkt auf die Prozesse verlagerte, löste es in der Organisationsstruktur eine Drehung um 90 Grad aus: Führungskräfte mussten ihre Unternehmen nicht mehr aus einer vertikalen, sondern aus einer horizontalen Perspektive betrachten. … Nahezu alle Erkenntnisse über Unternehmen im 20. Jahrhundert bezogen sich nur auf die aufgabenorientierte Organisation. In prozeßorientierten Unternehmen muss alles neu überdacht werden: … Prozeßorientierte Organisationen erfordern völlig andere Systeme und Führungsdisziplinen.Michael Hammer, Das prozeßzentrierte Unternehmen, Wilhelm Heyne Verlag GmbH & Co. KG, München und Campus Verlag GmbH, Frankfurt/Main , 1997, Seite 13

Mihaly Csikszentmihalyis Buch „Kreativität“ kommt auf Deutsch unter die Berater. Der Forscher rund um den Flow-Effekt legt damit ein umfangreiches Werk zum „Neuschöpfen“ vor. Müsste eigentlich eine „Bibel“ für alle agil arbeitenden Menschen sein …

Kreative Menschen unterscheiden sich in vielfacher Hinsicht voneinander, aber in einem Punkt sind sie sich einig: Sie alle lieben ihre Arbeit. Was sie antreibt, ist nicht die Hoffnung auf Ruhm oder Geld, sondern die Möglichkeit, einer Arbeit nachgehen zu können, die sie mit Freunde erfüllt.Mihaly Csikszentmihalyi, Kreativität, J. G. Cotta’sche Buchhandlung Nachfolger GmbH, Stuttart, 1997, Seite 158

Auch im Jahre 2018 spielt die Aufgabe in der Organisation immer noch eine zentrale Rolle. Freilich ist diese Aufgabenorientierung durch die Orientierung an Prozessen, Menschen und Ergebnissen heute ergänzt. Der Management-Regelkreis wird von vielen als Standard in der Organisation angesehen, agile Methoden, wie Scrum zum Beispiel, basieren darauf.

Hier schreibt der Unternehmensberater, Coach und Organisationsentwickler, mit viel Lust auf Marketing und Vertrieb. Ich bin auch Vortragsredner, Workshopleiter, Supervisor, Unternehmer seit 1991, Leipzig-, Eilenburg- und Berlin-Versteher sowie deutschsprachig weit unterwegs, von Herzen Nordsachse, Optimist in den meisten Fällen, Blogger, Fotograf, Trainer, auch Ausbilder für Autogenes Training – kurz: vielleicht auch dein Entwicklungsspezialist?
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