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Regionenmarketing – was Ueckermünde, das Nautineum auf Dähnholm und Eilenburg gemeinsam haben

Gorch Fock 1 im Stralsunder Hafen

Die Aufmerksamkeit von uns Menschen ist fast immer auf die große Attraktion, besser noch die große „Abweichung vom Normalen“ oder auch auf Gefahren ausgelegt. Das ist durchaus gut so, wir sind damit recht weit gekommen. Für das Marketing von kleinen Strukturen, seien es kleine Unternehmen, Regionen oder Kleinstädte, hat das weitreichende Folgen. Nicht selten braucht es eine gewisse „Masse“ an Attraktionen oder eine besonders überzeugende Ausstrahlung, um die Aufmerksamkeit zu binden. Bleibt diese aus, finden signifikant weniger Besucher, Kunden oder Gäste in die entsprechende kleine Struktur. Regionenmarketing – was Ueckermünde, das Nautineum auf Dähnholm und Eilenburg gemeinsam haben.

Eine Gemeinsamkeit der kleinen Städte Eilenburg und Ueckermünde – ihre Potenziale oder Schätze sind nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich. Selbstverständlich gibt es in der „Haff-Metropole“ genauso wie in der Weltkleinstadt Eilenburg ein Schloss. In Ueckermünde wesentlich schöner, da in Eilenburg nur wenige Reste überdauert haben bzw. wieder aufgebaut wurden. Selbstverständlich ist der Hafen oder die Mulde offensichtlich. Doch das ist eben keinesfalls alles, was ein entsprechendes Lebensgefühl von Bewohnern oder Gästen ausmacht. Mit dem Fokus auf die großen Attraktionen oder eben sogar einer „Masse“ solcher tollen Potenziale fallen die kleinen Strukturen schlichtweg durch das „Wahrnehmungsraster“.

Gorch Fock - Detailaufnahme

Gorch Fock – Detailaufnahme

Stralsund und die Insel Usedom

Bei einem Besuch auf der Insel Usedom konnte ich erfahren, dass bei vermeintlich schlechtem Wetter die Straßen aufs Festland schnell verstaut sind. Als Hauptgrund wurde eine Alternative zum Usedomer Strand in Stralsund, das Ozeaneum, genannt. Einmal abgesehen davon, dass die Hansestadt auf jeden Fall eine Reise wert ist, das Ozeaneum natürlich die Region bereichert, gibt es wieder zahlreiche Attraktionen, die nicht so wahrgenommen werden, wie es ihrer Bedeutung entspricht. Die Presse ist aktuell voll von Berichten über die Gorch Fock, deren Überholung aktuell dem Bundesverteidigungsministerium sehr viel kostet, leider aber gar nicht von dem tollen Museum im Stralsunder Hafen, mit ähnlichem Äußeren und sogar selben Namen.

Rügendamm mit Schiffen von Dähnholm aus gesehen

Rügendamm mit Schiffen von Dähnholm aus gesehen

Nautineum und Ozeaneum

Wer weiß schon genau, dass das Ozeaneum lediglich einer von vier Teilen des Deutsches Meeresmuseums an der Ostsee ist. Gesprochen wird davon zu wenig, man muss sich die Mühe machen, es selbst herauszufinden.

Im Nautineum, die Tauch- oder Unterwasserstadtion

Im Nautineum, die Tauch- oder Unterwasserstadtion „Helgoland“ auf Dähnholm

Das Nautineum auf der kleinen Insel Dähnholm, die liegt zwischen Stralsund und der Insel Rügen, und ist über den alten Rügendamm erreichbar, ist ein tolles Museum für alle Nautikfreunde und die, die es noch werden wollen. Die originale Unterwasserstadtion „Helgoland“ ist nur eines von vielen imposanten Exponaten, die man auf eine Faust auch erkunden kann.

Stralsund - das Ozeaneum und die Gorch Fock im Hintergrund

Stralsund – das Ozeaneum und die Gorch Fock im Hintergrund

Im Schatten von Leuchttürmen und der eigenen Kraft, zu leuchten

Vor Jahren schon prägte ich den Spruch: „Im Schatten eines Leuchtturmes ist es immer dunkel.“ Ein Leuchtturm ist eine tolle Sache, er dient zur Orientierung und gibt Sicherheit. In unseren Zeiten von Satellitennavigation und Radartechnik immer weniger, aber der Wahrnehmungseffekt ist heute noch genauso, wie zur Blütezeit von Leuchttürmen.

Ueckermünde - Hausfassade mit Fenstern und Idylle

Ueckermünde – Hausfassade mit Fenstern und Idylle

Das ergibt die Notwendigkeit des Leuchtens von Perlen in der Wahrnehmungsdunkelheit. Wahrscheinlich ist es dabei egal, ob jemand von außen diese Kleinode erleuchtet oder man selbst für ausreichend Strahlkraft sorgt – entscheidend ist das richtige Licht. Die Lust des Entdeckens zu fördern und den Fluch des Erfolges richtig zu handhaben, das ist wohl die Kunst, bei der es beim Regionenmarketing ankommt. Manche nennen das heute auch sanften Tourismus, wenngleich damit noch mehr gemeint ist, als hier beschrieben.

Ueckermünde – toller Ort, um Ruhe und Entspannung in herrlicher Landschaft zu finden

In der Postmoderne ist es schick geworden, Idylle mit Kleingeistigkeit, Spießertum und Langeweile zu verbinden. Dabei ist es gerade das, was uns quasi so heimelig anmutet, das viele spontan zum Wohlfühlen führt. Große Strukturen, seien es Städte oder große Unternehmen, haben klare Vorteile, wie kleine Strukturen eben auch. Liegen die Vorteile von großen Städten zum Beispiele klar auf der Hand, muss man diese bei Mittelzentren wie Eilenburg oder Ueckermünde auf jeden Fall suchen und erleben.

Ueckermünde - Kleinstadthafen im Fokus

Ueckermünde – Kleinstadthafen im Fokus

Viele können sich nicht vorstellen, dass es lebenswert und lebensfreundlich ist, hier zu leben, zu arbeiten oder gar Urlaub zu machen. Woran das liegt? Es gibt zahlreiche Gründe, die natürlich auch mit der Größe der Struktur zu tun haben. Einen Grund kann man aber selbst beheben!

Kleinstadthafen Ueckermünde mit Schiff und Booten

Kleinstadthafen Ueckermünde mit Schiff und Booten

Die Geschichten (Storys) der Region, der Stadt oder des Museums etwas abseits, müssen erzählt, gefilmt und bebildert werden und das mit der entsprechenden Sorgfalt. Gute Inhalte finden ihre Leser und erzeugen so mittel- und langfristig PR-Wirkung. Das „neudeutsche“ Stichwort dazu lautet Contentmarketing.

Pomernkogge „Ucra“

Dass beim Schaffen von Attraktionen oder wie der Systemische Berater sagen würde, Attraktoren, nicht immer alles glatt läuft, zeigt das Beispiel der Pomernkogge Ucra.

In Ueckermünde im Hafen historische (nachgebaute) Kogge

In Ueckermünde im Hafen historische (nachgebaute) Kogge

Ein Foto, das aufmerksamkeitsbindende Kunstwerk?

Am Beispiel der Fotografie deutlich gemacht, bedeutet das eben nicht einfach nur ein Bild geknipst und irgendwie veröffentlicht. Im Spannungsfeld von Massenbildern zu kleinen Kunstwerken braucht es die Lust, eher ein kleines Kunstwerk zu schaffen, als 100 langweilige Bilder zu veröffentlichen. Natürlich ist es online schnell „weggewischt“, aber ein belangloses Foto würde erst gar keine oder gar eine negative Wirkung erzielen.

Eilenburg – die Weltkleinstadt an der Mulde

Auch Weltkleinstädte haben Geschichten, die, gut erzählt, Menschen in ihren Bann ziehen können. In Eilenburg ist das zum Beispiel die Sage eines kleinen Volkes, die man Heinzelmännchen nennt.

Eilenburg - die Burg oder die Reste des Schlosses

Eilenburg – die Burg oder die Reste des Schlosses

Dereinst sollen die kleinen Gesellen auf dem Schloss zu Eilenburg gelebt und dort nicht nur Hochzeitsfeste gefeiert haben.

Eilenburg - Wasserturm an der Vereinten Mulde

Eilenburg – Wasserturm an der Vereinten Mulde

Übrigens eine zweite Gemeinsamkeit von Ueckermünde und Eilenburg – beide Orte waren in ihrer Geschichte von slawischen Stämmen besiedelt.

Eilenburg - Muldebrücke der Bundesstraße 87 und Eisenbahnbrücke

Eilenburg – Muldebrücke der Bundesstraße 87 und Eisenbahnbrücke

Autostadt Eilenburg, Muldestadt mit grünem Herzen oder auch Stadt mit den zwei einzigen Flachlandsprungschanzen weit und breit – die Superlativen für die Stadt in der Nähe von Leipzig klingen oft unglaublich. Kaum einer weiß, dass von Eilenburg aus zwei Weltmarktführer erfolgreich ihre Unternehmen betreiben, wobei eines davon ein klassisches Familienunternehmen ist. Aber die meisten Hidden Champions kennt die Öffentlichkeit eben nicht. Auch ein Aspekt von „kleinen Strukturen“ und ihren Wirkungen in der Wahrnehmung.

Muldewehr in Eilenburg

Muldewehr in Eilenburg

Fazit – und was haben alle drei, Nautineum, Ueckermünde und Eilenburg gemeinsam?

Als erstes die Tatsache, dass man diese mit Lust aufs Entdecken erkunden kann. Als zweites die Tatsache, dass die kleinen Strukturen neben strahlenden Leuchttürmen selbst strahlen müssen, dazu braucht es überzeugende Inhalte, wie Geschichten, Bilder, Fotos oder Filme. Viele entdecken die große weite Welt, schaffen es aber nicht den Nachbarstadtteil am Wohnort näher kennenzulernen. Kaum jemand, der noch nicht dar war, weiß beispielsweise, dass man sich bei schönem Wetter lange anstellen muss, um ein sooo beeindruckendes Foto von sich auf dem Trolltunga (bekannter Felsvorsprung in Norwegen) machen zu lassen, dass dann in den sozialen Netzwerken viral gehen kann soll – dumm nur, dass jeder, der so ein Foto hat machen lassen, das „viral“ gehen lassen will – abgenutzter kann ein Inhalt kaum sein.

Originalität und Attraktivität fällt nicht vom Himmel – man kann einiges dafür tun, auch kleine Unternehmen oder Regionen die fälschlicherweise immer als „auf dem Land“ bezeichnet werden ins richtige Licht zu rücken. Hier braucht es nur Ausdauer und viel Freude an dem, was man da tun muss.

Erfahren Sie mehr zum Thema Regionenmarketing:

Hier schreibt der Unternehmensberater, Coach und Organisationsentwickler, mit viel Lust auf Marketing und Vertrieb. Ich bin auch Vortragsredner, Workshopleiter, Supervisor, Unternehmer seit 1991, Leipzig-, Eilenburg- und Berlin-Versteher sowie deutschsprachig weit unterwegs, von Herzen Nordsachse, Optimist in den meisten Fällen, Blogger, Fotograf, Trainer, auch Ausbilder für Autogenes Training – kurz: vielleicht auch dein Entwicklungsspezialist?
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