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Das lebensfreundliche Unternehmen, der nächste Schritt zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Das lebensfreundliche Unternehmen, der nächste Schritt zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Neue Begriffe sind notwendigerweise zu erklären. Das lebensfreundliche Unternehmen ist ein solch neuer Begriff. Es geht hierbei in erster Linie um Unternehmen, die Maßnahmen umsetzen, um möglichst für alle Menschen in allen Lebenssituationen im Unternehmen gute, leistungserhaltende oder sogar effizienzsteigernde Rahmenbedingungen auf Arbeit und im restlichen Leben zu schaffen, die trotzdem lebensfreundlich sind. Die sich daraus ergebende Kultur im Unternehmen ermöglicht die Integration jedes Menschen im Unternehmen, selbst in sehr herausfordernden Lebensphasen. Wichtig an dieser Stelle: Dies sollte natürlich auch für den Inhaber, den Geschäftsführer oder die Führungskraft in der Firma gelten.

Der über lange Jahre sehr populäre Begriff der Work-Life-Balance suggeriert zu Unrecht einen Unterschied zwischen DEM LEBEN und DER ARBEIT. Selbstverständlich gibt es unser Leben auch in Leistungsprozessen, die wir gemeinhin als Arbeit bezeichnen.

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Nehmen wir zum Beispiel die schwangere Inhaberin eines Unternehmens, das sie vor wenigen Jahren gegründet hat. Ein solcher Fall ist derzeit in der Gesetzgebung geschweige den Medien kaum hinreichend berücksichtigt. Auch die Tatsache, dass in großen Städten immer mehr Menschen als Singles leben oder in Lebensgemeinschaften, die man offiziell leider nicht als Familie bezeichnet, führt den Begriff „familienfreundliches Unternehmen“ oder „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ sehr schnell an seine Grenzen.

Mitarbeiter- und Fachkräftesicherung in X.0-Zeiten

Doch warum überhaupt diese zusätzlichen Aspekte in Unternehmen? Reichen die derzeitigen Rahmenbedingungen nicht aus? Aus arbeitspsychologischer Sicht ist es wichtig, dass Arbeit heute nicht nur nicht schädigen darf, sie sollte auch die Möglichkeit der persönlichen Entfaltung und Entwicklung für den Menschen (Mitarbeiter) beinhalten. Eine Forderung die seit Jahren von Experten gestellt wird, aber in ihrer Umsetzung in der Praxis schwierig ist, dafür genügen Jobrotation oder Jobenrichment nicht!

Die Bedeutung dieser Forderung aus dem Feld der Arbeitspsychologie bekommt angesichts des immer deutlicher werdenden Fachkräftemangels eine ganz neue Gewichtung. Mitarbeiter und allgemein Menschen in heutigen Unternehmen sehen Statussymbole oder die klassisch gedachte Karriere als nicht mehr so bedeutungsvoll für ihr Leben an (und das betrifft nicht nur die Generation Y oder Z!).

Seit Jahrzehnten steigt die Zahl der Krankschreibungen aus psychischen Gründen an, in den letzten Jahren sogar massiv. Burnout ist keine Modeerscheinung sondern für immer mehr Menschen in Leistungsprozessen bittere Realität.

Für die Unternehmen, und damit für alle Menschen in Unternehmen, steigt der diffuse Druck durch sich abwechselnde Krisen, die Globalisierung oder brandaktuell die Digitalisierung permanent. Der Druck auf die Finanzen der Unternehmen in Deutschland steigt übrigens auch an, auch wenn die gute Wirtschaftslage das kaschiert. Das trifft insbesondere auf Unternehmen im Osten des Landes aus uns allen bekannten Gründen zu.

Wir können also nicht von jedem Unternehmen verlangen, es möge die Arbeits-, Leistungs-, Karriere- und Raumbedingungen die die wenigen Großunternehmen vorhalten können, kopieren, um so ganz leicht zu tollen und „leistungslustigen“ Mitarbeitern zu gelangen oder diese vom Weggang abzuhalten. Es benötigt neue und kreative Ideen die, ohne viel zu kosten, zu den gewünschten Ergebnissen führen. Das bloße Umsetzen von scheinbar einfachen Rezepten aus Hochglanzbroschüren wird hier nicht ausreichend sein.

Der Talentewettbewerb um Fachkräfte wird jenseits von Geld und Statussymbolen gewonnen. Die Mitarbeiterbindung findet täglich im Unternehmen statt. Unternehmer und Führungskräfte die das ignorieren, werden bei der derzeitigen gesellschaftlichen Entwicklung keinen mittelfristigen Erfolg mehr haben.

Führung und Organisation

Es geht hier also nicht nur um einen neuen Ruheraum oder die Verbesserung des Pausenraumes auf Arbeit. Ein Umdenken muss auch bei der Unternehmens- und Personalführung einsetzen. Effizientes Organisieren oder optimale Prozesse allein reichen nicht mehr aus. Zu welchen Ergebnissen die Maximierung der Effizienzsteigerung führen kann, sehen wir zum Beispiel in den aktuellen Entwicklungen eines großen Autobauers in Deutschland.

Das lebensfreundliche Unternehmen umfasst selbstverständlich das familienfreundliche Unternehmen. Was das bedeuten kann, das ist nur in der Einzelfallbetrachtung zu beantworten, dazu einige Punkte als Impulse:

  • Gestaltungsbeispiele für ein familienfreundliches Unternehmen
    • Urlaubsplanung in Abstimmung der Ferienzeiten für Mitarbeiter mit Kinder im schulpflichtigen Alter
    • Mutterschutz
    • Bereitstellung von Kindergartenplätzen
    • Möglichkeiten von flexiblen Arbeitszeiten
  • Gestaltungsbeispiele für ein lebensfreundliches Unternehmen
    • Mitarbeiterunterstützung (und gegenseitige Unterstützung, der Unternehmer ist auch ein Mensch!) in allen Lebensphasen
    • Arbeitszeitkonten
    • Individuelle Führung in dynamischen Teams
    • Möglichkeit der persönlichen Entwicklung auf Arbeit (und damit ist nicht der Bildungsurlaub oder die notwendige Weiterbildung gemeint!)
    • Hohe Leistungsbereitschaft durch individuelle Sinnfindung

Wir reden heute viel von wertschätzendem Umgang und Werten, die sich ein Unternehmen verpasst, wenn das bloße Lippenbekenntnisse sind, ist die Enttäuschung darüber einer der ersten Stressoren im Lebensalltag auf Arbeit.

Einmal abgesehen davon, dass im vorstehenden Artikel die Demografie, die Landflucht, der massive Rückgang von Unternehmensgründungen, die Geringschätzung des Berufsstandes Unternehmer und so mach anderen Entwicklung dieser Tage noch keine Beachtung fanden, bräuchte man eigentlich nicht mehr für das lebensfreundliche Unternehmen zu werben. Schon heute beurteilen Mitarbeiter, Fachkräfte und Absolventen Unternehmen aufgrund einer breiteren Palette von Eigenschaften, diese erfolgreich zu handhaben, macht Unternehmen dauerhaft attraktiv.

Erfahren Sie mehr zum lebensfreundlichen Unternehmen in X.0-Zeiten:

Hier schreibt der Unternehmensberater, Coach und Organisationsentwickler, mit viel Lust auf Marketing und Vertrieb. Ich bin auch Vortragsredner, Workshopleiter, Supervisor, Unternehmer seit 1991, Leipzig-, Eilenburg- und Berlin-Versteher sowie deutschsprachig weit unterwegs, von Herzen Nordsachse, Optimist in den meisten Fällen, Blogger, Fotograf, Trainer, auch Ausbilder für Autogenes Training – kurz: vielleicht auch dein Entwicklungsspezialist?
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5 Kommentare zu “Das lebensfreundliche Unternehmen, der nächste Schritt zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf”
  1. Sven Lehmann schreibt

    Das große Thema von familien- und lebensfreudlichem Unternehmen ist vielfältig. Heute sagt ein Mitarbeiter, aber auch der Unternehmer selbst, zu einem Unternehmen oder Startup ja, weil er dort Geld verdient, aber er bleibt am Ball, weil derjenige einen Sinn erkennt.

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