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Führung – von der Kunst, etwas regelmäßig zu tun

Führung - von der Kunst regelmäßig Orientierung zu haben

Führung – von der Kunst, etwas regelmäßig zu tun. In der seit Jahrzehnten breiten und anhaltenden Diskussion unter Fachleuten und Unternehmern zum Thema Führung ist bis heute kein Land in Sicht, um auch nur ansatzweise zu klären, was Führung denn nun eigentlich ist. Im Spannungsfeld zwischen Macht, Organisation, Kommunikation, Anleitung, „es gleich selbst machen“ oder dem Vorleben von Erfolg und Selbstführung, versuchen wir Faktoren für Führungserfolg herauszulesen. Das gelingt aber nicht. Es muss also noch so etwas wie ein Geheimnis geben! Doch ist da was dran?

Wir reden von Führungsstilen, Führungserfahrung oder von Charisma und Ausstrahlung – aber wir reden nicht über FÜHRUNGSVERHALTEN. Wir reden davon, welche Effekte wir von Führung erwarten, wir reden nicht darüber, wie wir diese wiederholt „zielsicher erzeugen“. Wir glorifizieren Zukunfts- und Hoffnungsträger und projizieren unsere Wünsche, Sehnsüchte oder Phantasien auf diese(n) Menschen, bis sie oder er an der Komplexität von Realitäten und Bedürfnislagen das erste Mal scheitert, dann schreien wir danach, dass sie weg müssen. Um den Blick noch mehr zu erweitern, wir reden auch nicht darüber, welche Denkweisen und andere „innere“ Voraussetzungen notwendig sind, um gut Führen zu können.

Mit welchem Verhalten assoziieren wir (viele) Führung? Machen Sie einfach selbst einmal den Test, und fragen Sie erfolgreiche Führungskräfte und Unternehmenslenker, was sie unter Führung verstehen. Die Antworten werden Sie überraschen. Beispielsweise von,

  • Vorrangehen und Vormachen
  • Überzeugen
  • überhaupt etwas machen
  • „Immer-beschäftigt-sein
  • Visionen oder Ideen haben
  • Macht haben
  • Organisation am Laufen halten
  • Management bis zum
  • Vorleben

tauchen da sehr viele und sehr viele unterschiedliche Wörter auf. Weniger kommt Zuhören oder gar Fragen stellen oder den Rahmen schaffen oder abstecken bei diesen Fragerunden heraus.

Die fünf „klassischen“ Führungsstile …

ergeben sich unter anderem aus der Persönlichkeit des Führenden. So wird ein Mensch mit stark dominanten Verhaltensmustern selten den laisser-fairen Führungsstil an den Tag legen.

  • autoritäre Führung – hohe Aufgabenorientierung
  • patriarchalische Führung – hohe Aufgaben- und Mitarbeiterorientierung
  • kumpelhafte Führung – hohe Mitarbeiterorientierung
  • laisser-faire Führung – Nullführung, gar keine Orientierung oder nur den eigenen Interessen verhaftet
  • kooperativ-demokratische Führung – große Mitarbeiter-, Aufgaben- und Mitwirkungsorientierung

Diese Führungsstile sind so viel durch die Führungsliteratur gegangen, dass heute tatsächlich die Mehrheit der Führungskräfte, Unternehmer und Mitarbeiter diese fünf Stile kennt. Ganz anders schaut es bei der situativen Führung oder der Selbstführung aus.

Situative Führung

Die situative Führung orientiert sich an dem Grad der Erfahrung, den die Menschen im Unternehmen mit einer (neuen) Aufgabe haben. Die vier Phasen der situativen Vorgehensweise werden in:

  • dirigieren
  • trainieren
  • coachen
  • delegieren

unterschieden. Den größten und leider häufigsten Fehler machen Führungskräfte, wenn sie im Bereich der situativen Führung davon ausgehen, dass das Delegieren schon klappen wird.

Coachender Führungsstil

Ein eher „moderner“ Führungsansatz geht davon aus, dass es praktisch nur noch einen coachenden Führungsstil geben kann, da sich die Aufgaben, die Umwelt und die daraus folgenden Herausforderungen permanent wandeln und sich jeder entsprechend entwickeln muss. Diese Entwicklung entsprechend zu begleiten und unterstützen wäre dann die vornehmste Aufgabe einer Führungsperson. Die Praxis in vielen Unternehmen sieht freilich anders aus.

Selbstorganisation

Ein Unternehmen, ein Team oder eine Gruppe wird nicht mehr von einem Menschen geführt, sondern je nach Potenzialen und Erfahrungen sowie den anstehenden Aufgaben und Zielen übernimmt ein Mitglied im Team die Führung. Quasi temporäre situative Führung, die nicht personen- sondern talentgebunden ist.

Selbstführung

Als weitere goldene Regel oder Prinzip kann im Jahr 2018 und danach nur gelten:

Erfolgreiche Selbstführung geht jedem anderen Führungserfolg grundsätzlich voraus.

Erfolgreiche Selbstführung hat viele Facetten, von der gesunden Lebensweise, über sinnvolle Bewegung, Schaffen eines Raumes für Reflexion und Meditation, bewusstes Leben und Erleben, Achtsamkeit, bewusstes Führen auf Augenhöhe oder konsequentes Organisieren seiner wichtigen Aufgaben ist hier ein wirklich weites Feld vor jedem einzelnen Menschen, das nur zu gern nicht so bestellt wird, wie es nötig wäre.

Pfadabhängigkeit & Pfadtheorie

Ein Pfad ist nach deutschem Wörterbuch „ein schmaler ausgetretener Weg“. Hier im Artikel zur Führung symbolisiert er die beständigen, sehr starken Muster, an denen wir unser Verhalten und natürlich auch unser Führungsverhalten ausrichten. Die Pfadtheorie definiert die Abhängigkeit von diesen Mustern oder eben dem starren Wandeln auf „alten Pfaden“ von verschiedenen Faktoren. Wie schwer ist das wirklich diese ausgetretenen Pfade zu verlassen, gerade wenn es darum geht, sich einer Führungsherausforderung zu stellen?

Führungserfolge in einer sich wandelnden Umwelt

Was wir also regelmäßig tun, ist das unreflektierte Ausführen von Mustern, die wir als erfolgreich abgespeichert haben. Das trifft ganz besonders auch auf den Bereich von Führung zu. Was unbedingt dazu kommen muss, ist das regelmäßige Reflektieren vermeintlich dauerhaft erfolgreichen Führungsmuster. Dieses Reflektieren ist auch eine Voraussetzung von Agilität!

Erfahren Sie mehr zum Thema Führung, Organisation oder Agilität:

Hier schreibt der Unternehmensberater, Coach und Organisationsentwickler, mit viel Lust auf Marketing und Vertrieb. Ich bin auch Vortragsredner, Workshopleiter, Supervisor, Unternehmer seit 1991, Leipzig-, Eilenburg- und Berlin-Versteher sowie deutschsprachig weit unterwegs, von Herzen Nordsachse, Optimist in den meisten Fällen, Blogger, Fotograf, Trainer, auch Ausbilder für Autogenes Training – kurz: vielleicht auch dein Entwicklungsspezialist?
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