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Regionenmarketing – Megacity, Großstadt, Weltkleinstadt, Dorf und Land

Regionenmarketing – Megacity, Großstadt, Weltkleinstadt, Dorf und Land. Die Lebensqualität in diesen sehr unterschiedlichen Kulturräumen kann, zu Recht oder Unrecht, überaus unterschiedlich gesehen werden. In den letzten Jahren meinen Forscher herausgefunden zu haben, dass Glück und Lebensfreude auch viel von äußeren Faktoren abhängt. Die Umwelt in der wir leben und arbeiten bietet einen ganzen Strauß von Einflussfaktoren, die demnach direkt auf die erlebte Lebensqualität wirken. Spielt es eine Rolle, wie groß der Ort ist, in dem man wohnt, lebt und arbeitet?

Wie so oft, lässt sich diese Frage nur mit einem klaren „ES KOMMT DARAUF AN.“ beantworten. Was ist einem wichtig, wenn es um das Wohnen geht? Was ist einem wichtig wenn es um das Wohnen im Alter mit 20 Jahren, im Gegensatz zum Wohnen im Alter mit 70 Jahren geht? Die Höhe der Kosten, um in „Hochkulturstädten“ wohnen zu können, frisst nicht selten die Zeit auf, in der man dieser Kultur angemessen und genüsslich nachgehen könnte!

Wahrnehmung für mich und andere

Die menschliche Wahrnehmung ist eine Herausforderung! Marketing- und Werbefachleute können davon ein Lied singen. Um in früheren lebensfeindlichen Umwelten überleben zu können, haben wir es gelernt, selektiv wahrzunehmen. Was früher gut war, beraubt uns heute so mach interessanter Erfahrung und vieler guter Chancen, die wir dann einfach nicht (mehr) sehen oder hören (können oder wollen).

Mittelzentren in Deutschland – Weltkleinstädte ohne Aufmerksamkeit

In Deutschland gibt es circa 1000 Mittelzentren – Kleinstädte, die eine ganz bestimmte Funktion für das Umland übernehmen, wie große Städte für ihren Speckgürtel ebenso. In diesen Strukturen lebt ein Drittel der Bevölkerung des Landes. Aufmerksamkeit und Wahrnehmung von uns Menschen richtet sich aber oft nur auf den Superlativ – nur am größten, weitesten, höchsten oder ältesten sind wir interessiert. Wobei es sicher ein widersprüchliches Argument ist, in der kleinsten Stadt der Welt zu wohnen.

Weltkleinstadt Eilenburg – Licht zum Stadtfest

In den Buch „Was Räume mit uns machen – und wir mit ihnen“ von Jürgen Hasse, bringt der Autor, unter anderen Unterscheidungskriterien von Großstadt und anderen Räumen, das Licht ins Spiel. Nicht das Tageslicht, obwohl das in früher von Industrie geprägten Regionen wohl auch differenziert gesehen wurde, sondern die Illumination, das Nachtlicht in großen Städten ist auf jeden Fall heller als in Mittelzentren oder gar auf dem Land. Aufschlussreich ist folgendes Zitat:

Am deutlichsten hatte Georg Simmel konkretisiert, was wir heute Urbanität nennen. Im Zentrum seines Essays über die Großstädte und das Geistesleben steht eine den Städter charakterisierende Grundhaltung der Distanz. Sie ist habituelles Moment seiner personalen Identität. So unterscheidet sich der Stadtbewohner gerade in seinem urbanen Selbstverständnis vom Bewohner ländlicher Räume, der sich in einem sozial engmaschigen, übersichtlichen und distanzlosen Netz selbst verorten muss, wie er in diesem von der Gemeinschaft des Dorfes aber auch verortet wird.Jürgen Hasse, Was Räume mit uns machen – und wir mit ihnen, Verlag Karl Alber in der Verlag Herder GmbH, Freiburg und München, 2014, Seite 277

Abgesehen von der Frage, ob es das Dorf, mit diesen beschriebenen grundsätzlich starken Vernetzungen im Jahre 2019 noch gibt, ist diese Erkenntnis beispielhaft für die mangelnde Differenzierung von Lebensräumen. An dieser Stelle würde ich gern die Frage stellen, wie zerrissen ein Mensch in einem Mittelzentrum sein muss, der sowohl die Distanz leben kann und sich trotzdem sehr stark in vernetzen Lebenswirklichkeiten wiederfindet.

Leipzig - Blick Richtung Norden vom Völkerschlachtdenkmal zur entspannten Abendstunde

Leipzig – Blick Richtung Norden vom Völkerschlachtdenkmal zur entspannten Abendstunde

Weltkleinstadt – der Versuch einer Definition

Definitionen haben es an sich, klare Grenzen zu ziehen. Differenzierung bringt immer Erkenntnisgewinn, also unterteilen wir:

  • Mega(große) Stadt
  • Großstadt
  • große Stadt
  • Mittelzentrum oder eben Weltkleinstadt
  • Kleinstadt
  • großes Dorf
  • Dorf
  • kleines Dorf

Bewohner von großen Städten in Deutschland sehen sich gern in einer Großstadt lebend, ein Blick auf eine Weltkarte zeigt jedem Betrachter, dass es davon in unserem Land keine Handvoll gibt! Der Blick aus der großen Stadt landet immer sofort auf dem Land. Dieser Mechanismus übersieht schlicht ganze Qualitäten von Lebensräumen und packt sie in die einzige, aber unwirkliche, Polarität Stadt – Land … Ende.

Damit es dabei nicht bleiben muss, braucht es einen (neuen) Begriff in der Mitte der Skala: Weltkleinstadt. Ein Mittelzentrum ist, wie jede andere definierte Raumordnung, nicht nur eine Welt für sich, sondern eben auch Teil der Welt, wie jeder andere Ort auch. Große Strukturen brauchen darauf nicht hinzuweisen, kleine Strukturen allerdings sehr wohl. Nach dem Begründer des Systems der zentralen Orte, Walter Christaller, kennzeichnet sich die Bedeutung eines Ortes nicht aus der Größe heraus, sondern aus der Infrastruktur in Bezug zur näheren Umgebung. Diese Funktion wird natürlich bevorzugt von dieser näheren Umgebung geschätzt und wahrgenommen, was nur natürlich ist. Von außen betrachtet sieht man eben nur das Land.

Um hier auf Augenhöhe kommunizieren zu können, eignet sich der begriffliche Wink mit dem Zaunpfahl „Weltkleinstadt“ in ganz besonderer Weise. Ein schönes Beispiel für eine Weltkleinstadt, wie kann es anders sein, ist das Mittelzentrum Eilenburg.

Also hier der Versuch einer Definition der Weltkleinstadt:

Eine Weltkleinstadt ist die Bezeichnung einer Kleinstadt mit der Sonderfunktion, nachhaltig dafür zu sorgen, dass die Potenziale der Stadt und entsprechenden Region ins richtige Licht gerückt werden, damit so die Schönheiten, die Entwicklungsmöglichkeiten und letztlich die Lebensqualität in dieser Region von außen und von innen richtig wahrgenommen werden können. Sven Lehmann

Fazit

Kleine Strukturen müssen mehr dafür tun, dass sie im richtigen Licht wahrgenommen werden. Das Betrifft kleine Unternehmen und Städte im gleichen Maße. Hier interessante Geschichten zu entdecken oder zu entwickeln, ist die Aufgabe der Leute, dieser kleinen Strukturen! Dafür braucht es ein Bewusstsein.

Lesen und erfahren Sie mehr über Weltkleinstädte:

Hier schreibt der Unternehmensberater, Coach und Organisationsentwickler, mit viel Lust auf Marketing und Vertrieb. Ich bin auch Vortragsredner, Workshopleiter, Supervisor, Unternehmer seit 1991, Leipzig-, Eilenburg- und Berlin-Versteher sowie deutschsprachig weit unterwegs, von Herzen Nordsachse, Optimist in den meisten Fällen, Blogger, Fotograf, Trainer, auch Ausbilder für Autogenes Training – kurz: vielleicht auch dein Entwicklungsspezialist?
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