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Wahrnehmung – wertvolle Dinge schätzen die da sind

Sie ist schon eine merkwürdige Sache – die menschliche Wahrnehmung. Besonders ausgerichtet auf Mustererkennung und die sich (stark) verändernde Umwelt, fallen regelmäßig ganze Universen bestehender Schönheiten der Bedeutungslosigkeit anheim. Seit einigen Jahren übt sich manch Mitteleuropäer auch in der Kunst der Achtsamkeit, deren Grundidee, transportiert von eifrigen Beratern oder Coaches, aus dem asiatischen Raum stammt und uns mehr zentrieren soll. Wofür eigentlich zentrieren? Die Kunst des Beisichbleibens fällt manchem in der diesjährigen Sommerhitze gar nicht so schwer, zumindest körperlich ist die eigene Wahrnehmung stark zentriert. Die zweite Seite der Medaille ist die Ausblendung. Wenn es Ihnen schon einmal so ging, dass Sie einen Gegenstand nicht gesehen (übersehen) haben, weil dieser sich an einer Stelle befand, an der Sie ihn überhaupt nicht erwartetet hatten, dann wissen Sie was ich meine. Doch wie arm ist eine Welt, in der wir die Dinge nicht (mehr) schätzen, die da und schön sind?

Sie lesen diesen Beitrag gerade in dem Medium, das gemeinhin als Internet bezeichnet wird. Genauer befinden Sie sich gerade auf dem Businessblog der Unternehmensberatung SL | Marketing & Management. Es ist eigentlich erstaunlich, dass Sie hier diesen Satz gerade noch lesen, denn die durchschnittliche Wahrnehmung im Internet liegt bei wenigen Sekunden, schön dass Sie noch da sind.

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Was hat das mit Wahrnehmung zu tun?

Das Problem an dieser, unserer, Art und Weise die Welt wahrzunehmen liegt in der Begrenzung durch eine maximale Menge an bewusst zu verarbeitender Wahrnehmungsinhalte. Das ist auch gut so, sonst könnte der Mensch in Alltagssituationen kaum entscheiden, was denn nun die wichtige Information sei, zum Beispiel an einer Ampel oder bei der Vergabe von Prioritäten und der Aufgabenerledigung was auch so schon manchmal eine Herausforderung ist.

Seit Jahrhunderten weiß man, dass diese unsere menschliche Wahrnehmung leicht nur die oberflächlichen Muster der Welt erkennt. Und die Oberflächlichkeit nimmt mit der täglichen Art und Weise des heutigen Lebens zu. Freiwillig reduzieren wir immer mehr die Tiefe von sinnvollen und nützlichen Informationen zugunsten der Aktualität.

Doch das Schöne im Alltag muss nicht aktuell sein!

Wie oft gehen wir an schönen Dingen, Städten oder Landschaften vorbei, die nicht aktuell sind? Warum sind Heidelberg, der Spreewald oder Schloss Neuschwanstein wahre Aufmerksamkeitsmagneten, die genannten Wahrnehmungsinhalte sind nicht neu oder aktuell, aber sie haben Tiefe, sie haben Geschichte und werden von einer Mehrheit von Menschen zumindest als sehenswert beurteilt.

Die Auswirkungen dieser oberflächlichen Wahrnehmung im Marketing-Alltag …

liegen auf der Hand, wer nicht laut genug schreit, der hat wenig Chance auf angemessene Aufmerksamkeit. Kleine Strukturen werden schnell heiser, wenn sie den ganzen Tag scheinen sollen, offensichtlich ein Problem. Es ist wie in der Wirtschaft allgemein, die DAX-notierten Unternehmen bestimmen die Nachrichten, die kleinen kommen praktisch nicht vor. In der Stadtentwicklung und dem Stadtmarketing von kleineren Städten hat das fatale Auswirkungen.

  1. Die Menschen, die die kleine Struktur „leben“, sehen deren Schönheiten nicht mehr und kommunizieren auch mit anderen nicht über das, was da ist.
  2. Die Menschen, die die große Struktur „leben“, sehen keinen Grund, die kleinere Struktur auch nur wahrnehmen zu wollen – was gibt es denn da schon, ist doch die reinste Attraktionswüste.

Dieses Suchen nach immer mehr maximaler Superattraktion führt natürlich täglich ins Leere. Kaum etwas kann noch nachhaltiges Er-Leben sichern, wenn wir im Rausch zum nächsten Kick unterwegs sind. Hoffnungsvoll stimmt da nur, der eine oder andere hat schon gemerkt, dass so ein Leben an der Wahrnehmungsoberfläche nicht erfüllend ist und kaum glücklich macht.

Hier schreibt der Unternehmensberater, Coach und Organisationsentwickler, mit viel Lust auf Marketing und Vertrieb. Ich bin auch Vortragsredner, Workshopleiter, Supervisor, Unternehmer seit 1991, Leipzig-, Eilenburg- und Berlin-Versteher sowie deutschsprachig weit unterwegs, von Herzen Nordsachse, Optimist in den meisten Fällen, Blogger, Fotograf, Trainer, auch Ausbilder für Autogenes Training – kurz: vielleicht auch dein Entwicklungsspezialist?
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