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Redet mehr miteinander, egal zu welchen Zeiten!

Man müsste der Meinung sein, dass zu Zeiten der elektronischen und digitalen Kommunikationsmittel und -medien, das Reden, das gemeinsame Sprechen und das Verstehen leichter geworden sind, als zu Zeiten, in denen man sich noch Papierbriefe schrieb, die nicht alle Bescheide oder Rechnungen waren. Komischerweise ist das nicht der Fall. Die Kommunikation oder besser gesagt, die gelungene Kommunikation, ist und bleibt die Tagesherausforderung seit Jahrzehnten. Ob im Unternehmen, in der Organisation von Prozessen oder auch zu Hause. Redet mehr miteinander, egal zu welchen Zeiten, das könnte ein Motto für eine neue Zeit sein.

Wahrnehmung, Zeit, das Talent Prioritäten erkennen zu können und das wirklich Neue

Zwischen dem Festlegen von wichtigen Dingen und der Tatsache, ob diese Dinge wirklich von Bedeutung sind, können im Kommunikations- und Führungsalltag ganze Universen liegen. Letztlich entscheidet über diese Fokussierung immer, auch zu Zeiten von so genannter KI, noch ein Mensch. Ist die Wahrnehmung eingeengt oder gar durch die subjektive Meinung verstellt, dass man ja keine Zeit hätte, ist das wirkungsvolle Priorisieren von Neuem fast aussichtslos. Wenn Artikel, die heute im Netz veröffentlicht werden, immer öfter mit der Angabe der Lesezeit versehen werden, dann ist es ein Kennzeichen für die mangelnde Bereitschaft, sich sinnvollem Neuen angemessen zu widmen. Entwicklung ist an dieser Stelle kaum noch möglich, da der, der so handelt, der Hybris verfallen ist, zu meinen, es schon (immer) richtig zu machen. Die Beratungsbranche hat hierfür einen Begriff geprägt: Beratungsresistenz. Offensein für Neues – die in heutigen Zeiten, gleich einer modernen Monstranz, hochgehaltene Forderung nach Aufmerksamkeit für etwas, dessen Nutzen ich noch nicht richtig einschätzen kann, verpufft allzu oft als reines Lippenbekenntnis. Gespräche über solches Neues sind dann gespickt voller Meinungsgemetzel, die im Sekundentakt als Argumente ins Feld der Kommunikation geführt werden. Wirklich Neues kann so nicht erkannt werden, geschweige entstehen.

Kommunikation auf zwischenmenschlicher Ebene

Aussagen, wie „ich kann den anderen (noch) nicht einschätzen“, sind Alltag. Aber dieses mangelnde Vertrauen in Menschen, mit denen ich noch keine lange vertraute Kommunikationsbasis habe, lässt uns zahlreiche Chancen nicht aufgreifen. Talentierte Verkäufer springen oft kunstvoll in diese Bresche, um den noch nicht erkannten Nutzen eines neuen Produktes oder einer neuen Dienstleistung an die Frau oder den Mann zu bringen. Aber wie entsteht Vertrauen und warum ist es so wichtig es zu haben? Nur gemeinsames Erleben kann Vertrauen aufbauen. Die Grundlage dafür ist immer Kommunikation, mindestens der Austausch nonverbaler Signale während eines gemeinsam erlebten Prozesses.

Kommunikation auf der Ebene der Unternehmenskommunikation

Die Kultur des Pitchens, ist eine Kultur der Kommunikation auf Ebene des kleinsten gemeinsamen Nenners – mehr nicht. Ein in Sekunden nicht erkannter Nutzen beendet jede weitere Aufmerksamkeit in diese Richtung. Das Primat, wir hätten keine Zeit, auch für ein ausführliches Erkennen des Anderen und der entsprechenden Kommunikation nicht, reduziert das Dasein in bekannten Schleifen oder Prozessen, die wir in Sektlaune nicht selten als die Hamsterräder des Leistungsalltages belächeln, aber dauerhaft unfähig sind daraus auszusteigen. Dabei muss jedem klar sein, der kommunizierte Nutzen ist ungleich kleiner als der mögliche oder gar der reale Nutzen!

Komplexe Zusammenhänge oder Hintergründe können so nicht vermittelt werden. Verborgener Nutzen bleibt auf ewig verschollen. Der Kerngedanke, in der Kommunikation die Grundlagen des Marketings einzusetzen ist logisch, führt aber nur dazu, dass statt weniger Neuheiten, in der selben Zeit, hunderte Schnipsel fragmentierter Inhalte in unsere Wahrnehmung gelangen. Die Kunst, ein Gefühl zu entwickeln, an dieser Stelle sinnvoll auszuwählen (eine Priorität zu definieren) ist in der Tat ein Wettbewerbsvorteil. Beim Erlernen dieser (Führungs-)Kunst hilft uns keine KI, sie bleibt eine urmenschliche Anstrengung und kann (fast) nur durch gelungene Kommunikation erlernt werden.

Fazit

Also: redet miteinander, nicht unbedingt mehr Worte, die ich selbst sage, sondern mehr Zuhören wäre ein Weg. Die Einstellung dazu, dass ich offen bin, mir Zeit zu nehmen, für den Menschen mir gegenüber, ist zu allen Zeiten ein Erfolgsgeheimnis gelingenden Lebens und gelungener Führung. Über welche Medien, Telefon, Internet, Videokonferenz oder via E-Mail, das geschieht, spielt dabei überhaupt keine Rolle!

Kommunikation – Reden ist zu allen Zeiten wichtig!

Hier schreibt der Unternehmensberater, Coach und Organisationsentwickler, mit viel Lust auf Marketing und Vertrieb. Ich bin auch Vortragsredner, Workshopleiter, Supervisor, Unternehmer seit 1991, Leipzig-, Eilenburg- und Berlin-Versteher sowie deutschsprachig weit unterwegs, von Herzen Nordsachse, Optimist in den meisten Fällen, Blogger, Fotograf, Trainer, auch Ausbilder für Autogenes Training – kurz: vielleicht auch dein Entwicklungsspezialist?
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