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Videokonferenz – ja oder nein?

Nicht nur in der zweiten Corona-Welle sind Videokonferenzen hoch im Kurs. Dabei hat jedes Ding oder jede Sache immer mindestens zwei Seiten. Es ist auf jeden zeit- und kostensparend eine Videokonferenz einem persönlichen Treffen vorzuziehen, das steht außer Frage! Aber wer in diesen Zeiten schon mal sechs Stunden am Tag in einzelnen Videokonferenzen verbracht hat, der merkt, es fehlt eben nicht nur der Weg zum Kunden oder Mandanten. Eine Videokonferenz belastet auf eine ganz neue, eigene Weise im Arbeitsalltag. Videokonferenz – ja oder nein?

Eins ist in diesem Zusammenhang sicher, zukünftig werden wir sehr gute Gründe aufbringen müssen, um die bisherige Praxis der Präsens ohne elektronische Hilfsmittel zu fordern. Das gilt für Kundengespräche genauso wie für Messen oder auch Coaching und Beratung. Viele Themen, nicht alle!, lassen sich gut in einer Videokonferenz bearbeiten.

Als die erste Corona-Welle fast schon am ausklingen war, lud mich die Creditreform Leipzig zu einem Onlinevortrag über gelungene Digitalisierung ein. Die Frage in der Onlinekonferenz war: Ist Ihr Unternehmen schon „DIGITAL“?

Wie fast immer bei meinen Vorträgen, ob nun digital oder real, gibt es zahlreiche Impulse zum Nachdenken am Beginn:

  • Obwohl wir seit Jahren hervorragende Instrumente zur digitalen Kommunikation haben, ist das Thema gelungene Kommunikation selbst ein immer stärker werdender Dauerbrenner in den Unternehmen!
  • Obwohl wir seit über 50 Jahren von Digitalisierung reden, und diese auch augenscheinlich umsetzten, verenden digitale Projekte in Unternehmen oft genauso, wie klassische Projekte.
  • Obwohl wir gerade eben den Nutzen der digitalen Kommunikation real erleben, möchte eine Mehrheit wieder zur gewohnten Offline-Kommunikation zurück, und zwar so schnell wie möglich!
  • Ich selbst halte den direkten zwischenmenschlichen Kontakt, zum Beispiel bei bestimmten Formaten der Beratung, für unerlässlich.
  • … und trotzdem treffen wir uns heute hier zum Thema Digitalisierung …

Der Vortrag fand im Rahmen eines Unternehmerfrühstückes statt, in dem wir herausfinden wollten, ob es möglich ist, die übliche Frühstücks- und Kommunikationssituation im Onlinekonferenzraum ebenfalls herzustellen. Genau genommen war der Titel des Vortrages, die Frage, ob denn nun das Unternehmen schon „DIGITAL“ ist, vermessen, denn alle Teilnehmer:innen an der Konferenz sind ja auf jeden Fall schon digital unterwegs gewesen! Digitalisierung und digitale Transformation im Unternehmen ist mehr als eine technische Frage und uns beschäftigte der Fakt, wie Mitarbeiter und Führungskräfte mit der Durchführung eines Lern- und Experimentierraumes von unternehmensWert:Mensch plus. begeistert werden können, Digitalisierung im Unternehmen zu wagen, wenn sie es bisher vielleicht eher als nebensächlich empfunden haben. Welche Voraussetzungen braucht es, im Unternehmen oder der Organisation, damit der digitale Wandel sinnvoll gelingt?

Voraussetzung – gemeinsame Ausgangsbasis

Um in der Videokonferenz mit dem Begriffen Digitalisierung und digitale Transformation gemeinsam umgehen zu können, habe ich zwei Definitionen zur Diskussion gestellt, einmal:

Was ist eigentlich Digitalisierung bzw. wie genau kennzeichnet sie sich?

  • Vernetzung von Menschen, Maschinen oder Daten
  • Individualisierung von Produkten, Dienstleistungen oder Informationen
  • Selbstorganisation oder Dezentralisierung
  • Auflösung von Branchen und Unternehmensgrenzen

Und zweitens hab ich die Frage beleuchtet, was denn nun digitale Transformation sein könnte?

Lebendige Antworten darauf zu finden, wie ich sinnvoll mit den Einflüssen, Instrumenten und Impulsen der digitalen Welt umgehe und sie für mich und das Unternehmen gut nutzen kann.Sven Lehmann

Ebenen der Digitalisierung in Unternehmen

Im verlauf der Videokonferenz haben wir verschiedene Ebenen der Digitalisierung herausgearbeitet:

  • Geschäftsmodell bleibt analog (z. B. Schafzucht)
  • so weiter, wie bisher, nur eben digital optimiert (z. B. Anzahl Schafe werden per Satellit gezählt)
  • digitale Weiterentwicklung des Geschäftsmodells (z. B. Zuchterfolge werden per „Dating App“ verbessert)
  • Disruption, durch ein neues digitales Geschäftsmodell (z.B. Schafsavatar(e) in einer VR, mit der Laien das Schafehüten lernen können und gleichzeitig entspannen)

Spannend war auch die Erkenntnis, dass Digitalisierung (nur) dann im Unternehmen erfolgreich ist, wenn unsere Kunden bereit sind, für eine digitale Lösung die Rechnung zu bezahlen! Ein interessantes Fallbeispiel stellt die Steuerberaterbranche dar. Hier ist es zweifelhaft, ob die höhere Effizienz, wenn sie überhaupt eintritt!, mit den viel höheren Kosten für die Mandanten, bei gleicher Leistung wirklich kaufmännische sinnvoll oder nachvollziehbar ist. Das trifft besonders auf die digitale Finanzbuchhaltung zu, die nicht im Unternehmen selbst stattfindet, also als Service dem Kunden geboten wird, aber teurer als die bisherige Leistung ist. Kaufmännisch für den Bestandskunden keine Option!

Üblicherweise duftet es bei einem Frühstück, auch beim Unternehmerfrühstück, nach Kaffee und Tee und so manchen Leckerein, das haben wir natürlich digital nur mit der eigenen Kaffeetasse hinbekommen. Auf jeden Fall war die Erkenntnis: JA – es geht auf jeden Fall, ein erfolgreiches Unternehmerfrühstück über eine Videokonferenz zu realisieren, allen technischen anderen Voraussetzungen zum Trotz!

Hier schreibt der Unternehmensberater, Coach und Organisationsentwickler, mit viel Lust auf Marketing und Vertrieb. Ich bin auch Vortragsredner, Workshopleiter, Supervisor, Unternehmer seit 1991, Leipzig-, Eilenburg- und Berlin-Versteher sowie deutschsprachig weit unterwegs, von Herzen Nordsachse, Optimist in den meisten Fällen, Blogger, Fotograf, Trainer, auch Ausbilder für Autogenes Training – kurz: vielleicht auch dein Entwicklungsspezialist?
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