streuverluste.de - SL | Marketing & Management

Die Kehrseite der Wissensgesellschaft – wenn Bildung zur reinen Ware verkommt

Marketing, Beratung, Eigenverantwortung, Spiegel

Die Kehrseite der Wissensgesellschaft – wenn Bildung zur reinen Ware verkommt – das Wissen Macht ist, haben nicht nur so mache übereifrige Religionsvertreter selbst erhaltend zu nutzen gewusst, Wissen ist auch eine ökonomische Macht. Auf der einen Seite gibt es eine durchaus gesunden Wettbewerb, um die besten Standorte, die besten Lehrer und Dozenten und natürlich die besten Schüler und Studenten. Auf der anderen Seite gerät das „Durchbekommen“ der Klassen und Studiengänge mit exzellenten Absolventen zum marktkräftigen Qualitätskriterium für die Rechtfertigung von viel Geld – entweder vom Studenten selbst oder von dritten, wie Staat oder Stiftungen.

Wesentlich an der Stelle, es geht keinesfalls um die pauschale Verurteilung von Anbietern, wie Universitäten oder Schulen. Diese Institutionen sind seit langer Zeit, teilweise Jahrhunderten, am Markt. Es geht vielmehr um die Tatsache, dass irgendetwas nicht ganz stimmen kann, wenn:

  • es immer mehr Schüler nach 10 und auch nach 12 Jahren nicht schaffen, den mittlerweile sehr hohen Ansprüchen in Berufsausbildung oder dem Studium zu genügen.
  • es Bundesminister gab, die eben meinten geistiges Eigentum als sein eigenes auszugeben sei ein Kavaliersdelikt.
  • die Noten in Abschlüssen von mancher Universität oder Hochschule schlichtweg nicht mehr aussagefähig sind und
  • es genau darum geht, dieses Bildungsgut jungen Menschen als einziges karrieresicherends Instrument zu verkaufen.

Welche Auswirkungen hat das?

Nun die erste und vielleicht durchaus erfreuliche Auswirkung ist eine massive Aufwertung und Entwicklung des Bildungsmarktes. Logisch – wir leben ja auch in der so genannten Wissensgesellschaft. Zweitens werden hochwertige Abschlüsse, die das gewünschte Einkommensniveau für den betreffenden sichern, zur heiß begehrten Ware. Dabei ist es egal, was genau man kann, wesentlich ist der Superabschluss mit besten Noten.

Leider ist hier genau der Hase im Gewürz zu finden. Beklagen sich immer mehr Unternehmen doch nicht nur über mangelnde Fähigkeiten von Schülern (hier geht es um grundlegende Fähigkeiten) nein, sie bemerken auch, dass Studenten oft zwar eine Menge Wissen mitbringen, leider aber an der praktischen Umsetzung scheitern. So wesentliche Dinge, wie Kommunikationsfähigkeit oder Stressbelastung sind dabei noch nicht einmal mit einbezogen.

Chemie für die Noten

Eine weitere Entwicklung: mangelndes Können wird von vielen Lernenden heute nicht selten durch Drogen aufgepeppt. Eine Tatsache, die kaum thematisiert wird. So soll es z. B. unter Musiker-Studenten absolut üblich sein, dem Leistungsstress mit regelrechtem Doping zu begegnen.

Auswirkungen für die Unternehmen?

Die zentrale Auswirkung für Unternehmen liegt auf der Hand. Sind schon die Arbeitszeugnisse oder in dem Fall die Praktikazeugnisse schlichtweg weichgespült, so besteht die Gefahr, dass die Noten heute das zunehmend auch werden. Auswahlverfahren und Beurteilungskriterien müssen zukünftig überdacht werden. Das Können sollte eine mindestens genauso hohe Beachtung und Betrachtung erfahren. Das Können zu testen wäre da nur eine Variante!

Sei du selbst und nicht eine Note!

Die etablierten Systeme leiden unter dem Einheitsbrei. Besser als besser kann man nun mal nicht sein. Wenn es tatsächlich so wäre, dann würde ich mir um den Standort Deutschland keinerlei Sorgen mehr machen! Wenn ich daraus mein Selbstverständnis beziehe und meinen Selbstwert abhängig mache, dann wird das was kommt keine schöne Zeit werden. Viele große Geister hatten und haben mit Schul- oder Hochschulnoten nichts am Hut, sie haben sozusagen „ihr eigenes Ding gemacht“. Dass das nicht überall geht, ist auch klar, dass aber die derzeitige Entwicklung keine gute ist, liegt auf der Hand.

Hier schreibt der Unternehmensberater, Coach und Organisationsentwickler, mit viel Lust auf Marketing und Vertrieb. Ich bin auch Vortragsredner, Workshopleiter, Supervisor, Unternehmer seit 1991, Leipzig-, Eilenburg- und Berlin-Versteher sowie deutschsprachig weit unterwegs, von Herzen Nordsachse, Optimist in den meisten Fällen, Blogger, Fotograf, Trainer, auch Ausbilder für Autogenes Training – kurz: vielleicht auch dein Entwicklungsspezialist?
Start DialogTelefonXINGTwitter

Stichworte: , , , , ,

04.12.2012 - Artikel, Beratung - Kommentare per Feed RSS 2.0 - Kommentar schreiben -

nach oben
Einen Kommentar schreiben

Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind markiert. *

Bitte lesen Sie vor dem Kommentieren auch unsere Datenschutzerklärung.

*

nach oben

©2005-2020 streuverluste.de – SL | Marketing & Management - Unternehmen und Menschen entwickeln - Kontakt - Impressum - Datenschutzerklärung