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Ausgebrannt sein ist jetzt „in“!?

Was ist los in unserer Arbeitswelt? Kaum ist die Krise überwunden, titelt ein großes deutsches Nachrichtenmagazin mit dem bösen Wort: Ausgebrannt. Ausgebrannt sein ist jetzt „in“, zumindest scheint das in Deutschland der Fall zu sein. Es ist nicht neu, dass die Zahl der Krankschreibungen und „Ausfälle“ aufgrund psychischer Erkrankungen in den letzten Jahren und Jahrzehnten stetig angestiegen ist. Eine wirklich sinnvolle Gegenstrategie ist nicht in Sicht. Zu allem Überfluss ist es meist immer noch „zum guten Ton gehörend“ nie Zeit zu haben und ein hektisches Lebens zu führen, das trifft meiner Erfahrung nach auf Unternehmer ebenso auch auf Führungspersonal zu! Ein erfolgreicher Unternehmer oder Manager zu sein ist relativ einfach – ein ein erfolgreicher Mensch zu sein, scheint dagegen recht herausfordernd. Die Kunst des Lebens heißt nicht nur Erfolge zu generieren, sondern diese auch, und wenn es selbst auch nur im kleinen Rahmen ist, genießen und teilen zu können.

Hektik, Erfolge am laufenden Band, schnell noch das und auf jeden Fall auch noch das … ach ja und dann schnell in den Jahresurlaub, denn den hat man sich grundlegend verdient! So oder so ähnlich schaut das Leben von vielen erfolgreichen Managern und Unternehmern aus. Die gelebten Menschen gehen in ihrem Anspruch an das was sie Leben nennen weit über den aus dem Südraum von Deutschland stammenden Spruch „schaffe, schaffe, Häusle baue …“ hinaus. Es ist vielmehr der Sinn des Lebens geworden, überhaupt nur noch zu schaffen.

Vom Sinn des Lebens

An sich ist ja dem „Schaffen“ absolut nichts Schlechtes abzugewinnen! Warum auch? Bringt uns doch der Drang zu kreieren oder eben zu erschaffen voran. Kaum anderes wären viele Dinge in den letzten Jahrzehnten und Jahrhunderten entstanden, die uns heute lieb und teuer sind. Ob diese Errungenschaften dauerhaft sind wird sich zeigen, ob wir mit den Folgen leben können, das lässt sich noch gar nicht abschätzen. Aber eines kann man deutlich erkennen: Dass Schaffen sollte jedoch nicht den Schöpfer schädigen! Es ist schwerlich zu erkennen, welchen Sinn es haben soll, Reichtum in jedweder Form angehäuft zu haben, wenn der ehemalige Nutzer sich dann als Eigentümer des wenigstens noch teuersten Grabsteins auf dem Friedhof rühmen kann.

Es ist relativ leicht ein erfolgreicher Unternehmer oder Manager zu sein, ein erfolgreicher Mensch zu sein, bleibt dagegen für viele eine Herausforderung. Sven Lehmann

Litt Mozart unter „Burn out“?

Ist es nicht so, dass Spitzenleistungen besonderen Einsatz erfordern? Ist es nicht legitim in einer Aufgabe sich vollends „aufzugeben“? W. A. Mozart könnte dafür ein Beispiel sein. War sein Schaffen doch letztlich völlig verausgabend. Man könnte entgegnen, aber doch absolut genial und heute noch eine wirklich unglaubliche Leistung! Sicher, aber es stellt sich die Frage: Was wäre gewesen, wenn Mozart weit älter geworden wäre? Hätten seine Werke die selbe Perfektion erreicht oder wären gar noch ganz andere unvorstellbare Werke entstanden? Alles reine Spekulation. Von außen betrachtet war Mozarts Leben einfach nur kurz. Vielleicht war er auch einer der ersten Menschen, auf die Burnout als „Krankheitsbild“ zutreffen könnte.

Achtsamkeit

In den letzten Jahren gewann der Begriff Achtsamkeit eine besondere Bedeutung in der Branche der Berater und Coaches. Dabei geht es vorwiegend darum, achtsam mit anderen umzugehen. Ich plädiere dafür, nun endlich auch achtsam mit sich selbst umzugehen. Es kann nicht Ziel von sinnvollem ökonomischen Handeln sein, nur Gewinn, Erfolg und Reichtum im Blick zu haben. Menschen spielen dabei oft keine Rolle. Die wirtschaftlichen Erfolge sollten als eines von einer ganzen Reihe von Zielen existieren. Achtsam mit seiner Gesundheit umzugehen wäre mindestens auch ein lohnendes, wahrscheinlich sogar allgemein gültiges, Ziel.

Die Kunst des Lebens oder das künstliche Leben

Machen Sie doch einfach mal den Test: Fragen Sie Menschen in Ihrer Umgebung, die Erfolge produzieren wie sie sich fühlen. Ich meine so ganz wirklich, wirklich, wirklich fühlen. Bitte fragen Sie nicht, wie es geht – fragen Sie danach, wie diese Menschen sich jetzt gerade fühlen … Sie werden erstaunt ob der Antworten sein.

Grad der Automatisierung hat eine Grenze!

Aus der Prozessoptimierung ist bekannt, dass der Grad von Automatisierung oder auch der Effizienzmaximierung eine obere Grenze hat. Ist diese erreicht, dann ist der Aufwand der Wartung dem gewünschten ökonomischen Nutzeffekt entgegenstehend. Einfach gesagt: Die Menschen, die wir eingespart haben, die nicht mehr direkt an der Maschine stehen, brauchen wir dann in der Wartung und eben oft noch mehr Wartende. Wenn ich mir hier erlaube eine Parallele zu ziehen: nutzt es unserer Gesellschaft wirklich, wenn wir unsere Körper an den Rand der Effizienzauslastung „fahren“, hervorragende (auch ökonomische) Leistungen vollbringen, um dann den so gewonnenen Mehrwert für die eigene Gesunderhaltung zu investieren???

Erfolg ist eine individuelle Sache, das ist klar. Jeder definiert seinen Erfolg anders. Doch kann man eines mit Sicherheit sagen, dass ein Mensch tatsächlich nur dann erfolgreich lebt, wenn es ihm gelingt ALLE seine ihm wichtigen Lebensbereiche oder Lebensrollen auf Dauer in einen sinnvollen Ausgleich zu bringen.

Hier schreibt der Unternehmensberater, Coach und Organisationsentwickler, mit viel Lust auf Marketing und Vertrieb. Ich bin auch Vortragsredner, Workshopleiter, Supervisor, Unternehmer seit 1991, Leipzig-, Eilenburg- und Berlin-Versteher sowie deutschsprachig weit unterwegs, von Herzen Nordsachse, Optimist in den meisten Fällen, Blogger, Fotograf, Trainer, auch Ausbilder für Autogenes Training – kurz: vielleicht auch dein Entwicklungsspezialist?
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30.01.2011 - Artikel, Beratung - Kommentare per Feed RSS 2.0 - Kommentar schreiben -

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