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Ändere dich, dann ändert sich die Welt! ENTREPRENEURSHIP SUMMIT 2020 – Rückblick

Ändere dich, dann ändert sich die Welt! So könnte man die Botschaft des diesjährigen ENTREPRENEURSHIP SUMMIT 2020 zusammenfassen. Nicht nur die ökonomische Welt ist von einem deutlichen Wandel erfasst. Viele empfinden die aktuellen Entwicklungen, nicht nur durch Corona, als schwerwiegende Krise. Was wir gerade erleben, ist der Beginn einer Entwicklung, die in vielen Bereichen der Gesellschaft Um- und Aufbruchstimmung keimen lässt. So weiter, wie bisher kann kaum die Devise sein, um so interessanter die Impulse vom diesjährigen ENTREPRENEURSHIP SUMMIT!

Die Geschwindigkeit, mit der wir verschiedenste Ressourcen unserer Welt verbrauchen lässt den Atem stocken. Es geht dabei nicht nur um Rohstoffe, sondern auch um menschliche Ressourcen. Die aktuelle Krise verstärkt die bisherigen Entwicklungen. Wer denkt, dass der Fachkräftemangel durch Corona zum Ende gekommen ist, der wird eines Besseren belehrt, wenn er entsprechend motiviertes und leistendes Personal sucht. Wie sehr können wir von bekannten Konzepten des Wirtschaftens Abschied nehmen, ohne eine soziale Katastrophe in vielen Bereichen zu erzeugen? Aktuell kollabieren ganze Wirtschaftszweige, ohne Aussicht auf Besserung. Vor jedem Restaurant wieder Heizpilze raus zustellen, das kann auch keine Lösung sein.

Wie können nachhaltige Wirtschaftsalternativen ausschauen?

Kulturen blühen auf, wenn auf Fragen von heute Antworten von Morgen gegeben werden. Kulturen zerfallen, wenn für Probleme von heute Antworten von gestern gegeben werden.Arnold Toynbee

Mit dieser Erkenntnis gewinnt „der Osten“ seit Jahren an Profil. Die Menschen und Unternehmen hier sind den Wandel gewohnt, seit über 30 Jahren! Ob das unbedingt die bessere Ausgangslage ist, bleibt abzuwarten. Viele Unternehmen sind eigentlich vor der Über- oder Weitergabe an die jüngere Generation, Corona verschärft hier oft die guten oder eben schlechten Weiterführungsaussichten. Und müde vom stetigen Wandel darf man sicher auch mal sein.

Einmal mehr weisen die Akteure um Prof. Faltin auf ein mögliches Missverhältnis von Produktions- zu Marketingkosten hin. Ob das pauschal so gelten kann, bedarf der genauen Betrachtung des Einzelfalls. Das Motto des ENTREPRENEURSHIP SUMMIT 2020 „Wir können Ökonomie besser. Gerade jetzt. Wir alle“ ist auf jeden Fall eine Kampfansage. Wer „besser“ mit der bloßen Größe eines Unternehmens bemessen will, der scheitert an der Innovationskraft der Gründer. Wer sich die Teilnehmer des Summits genauer anschaut, stellt schnell fest, es ist kein Unternehmen vertreten, das als Entrepreneur begonnen hat und heute die Größe eines Weltkonzerns erreicht hat. Aber ist das auch das unbedingte Ziel einer Unternehmensgründung? Große Politik schaut auf große Unternehmen, davon gibt es in Deutschland nicht sehr viele. Anderseits stellt sich nicht erst seit der „Corona-Krise“ einmal mehr heraus: Der Mittelstand in Deutschland ist das wirtschaftliche Rückgrat unseres Landes.

Vertriebserfolge messen – Kostentreiber beim Marketing?

Warum ist der Marketing-Kostenanteil am Produktpreis oft hoch? Neben der Tatsache, dass wir in fast allen Teilen der Wirtschaft einen Käufermarkt haben, gibt es noch zahlreiche andere Gründe. Einer ist die gebetsmühlenartige Forderung vieler vermeintlicher Marketingexperten, doch bitte immer ganz genau den Marketing- oder Werbeerfolg messen zu sollen. Der Kern dieser Forderung ist auch grundsätzlich richtig! Doch stellt sich die Frage, was genau müssen wir messen? Die wirklich wichtige Kennzahl für Vertrieb und Marketing ist und bleibt die Kontakt-Gewinn-Bilanz. Dieses wichtige Verhältnis von qualifizierten Kontakten zu letztlich dem erzielten Gewinn wird (leider) kaum gemessen.

Die Realität beim Messen von Vertriebserfolgen ist heute oft das kleinteilige, komplexe und komplizierte Nachverfolgen von Klickraten. Wer schon mal versucht hat, auf einer, ja ach so nützlichen Plattform mach großer Suchmaschinen, heute noch Zahlen sinnvoll zu analysieren und auszuwerten, der braucht dazu mindestens ein dickes Fachbuch oder muss einen Datenexperten bezahlen, der dann auch nur Klickraten und Klickwege darstellt. Das nicht so schöne, aber klassische, Bild der großen Geschütze, die auf kleine Tiere zielen, drängt sich hier sofort auf. Das Problem ist, dass jeder, der heute so manchen Marketingexperten befragt, genau die Notwendigkeit dieser Riesenmarketing-Kanonen um die Ohren gehauen bekommt. Der Aufwand für Marketing und Werbung kann im Mittelstand gern häufiger hinterfragt werden!

Wie aber können wir Werbung- und Marketingkosten sparen? Ganz einfach, habe bitte spannende Produkte, die sich herumsprechen!

Der Produktion immer größerer Mengen Werbung steht die immer geringer werdende Aufmerksamkeit entgegen. Zudem wächst die Zahl derer, die auf dümmliches Marketing-Bla-Bla überaus kritisch reagieren. Für die meiste Werbung und deren Wahrnehmung bin ich zudem selbst verantwortlich. Die einfachste Methode ist, Werbung zu ignorieren. Kein Fernsehen zu schauen, in dem Werbung groß geschrieben wird, Websites mit Werbung nicht besuchen oder statt unbedingt ein Markenprodukt zu nutzen, dasjenige Produkt kaufen, das den kleineren Marketingkostenanteil hat.

Die Sache mit den Abhängigkeiten

Die Autoindustrie, sie stolpert von einer Krise in die nächste Katastrophe, und das seit Jahren. Ein Ende dieses Dramas ist nicht in Sicht. Wenn ich einmal einen (oft auch irgendwie) funktionierenden Weg gefunden haben, ein Produkt in der Welt abzusetzen, dann mache ich mir kaum noch Sorgen darüber, wie ich andere Wege beschreiten könnte, um Produkte unter die Leute zu bringen. Das ist Pfadabhängigkeit in Reinkultur. Große Strukturen haben sich quasi in ihre Pfadabhängigkeiten so verliebt, dass jede Abweichung des „eingeschlagenen“ Weges ausgeschlossen ist.

Ein Problem bleibt aber bestehen. Ich kann das beste Produkt haben, die bestmögliche Qualität und den bestmöglichen Service bieten, wenn es keiner kennt, wird es niemand kaufen! Es ist also kaum eine Lösung, überhaupt keine Werbung für die tollen Problemlösungen dieser Welt zu machen. Es geht also in der Welt der Entrepreneure darum, eine gute Wahl aus den möglichen Marketinginstrumenten zu treffen.

80 bis 90 Prozent aller Gründungen scheitern, egal, ob es sich nun um Entrepreneurship handelt oder das „klassische Gründen“!

Auch heute noch (oder vielleicht erst seit heute?) scheitern 80 bis 90 Prozent aller Gründungen oder Startups! Eine Zahl, die eigentlich jede Gründerin und jeden Gründer davon abhalten sollte, überhaupt einen Schritt in die unternehmerische Unabhängigkeit zu wagen. Die Ursachen sind sicher vielfältig, im Spektrum von überhastet etwas beginnen und dem zu lange Warten, um Produkte oder Dienstleistungen direkt am Markt und den Kunden zu testen. Aber:

Wer neu anfangen will, soll es sofort tun, denn eine überwundene Schwierigkeit vermeidet hundert neue. … Wenn du das tust, was du gern tust, musst du dein Leben lang nicht arbeiten.Konfuzius, 551-479 v. Christus

Eine weitere Abhängigkeit ist der Wettbewerb der Bilanzzahlen. Wer sich nur der Magie der großen Gewinn- oder Umsatzzahlen verschreiben kann, der hat in typischen Gründersphären recht wenig Erfolgserlebnisse. Wenn man Nachhaltigkeit auch nur im Ansatz ernst nimmt, dann gilt es Konzepte zu vergleichen. Der erste Schritt ist immer ein schwieriger: Von Null auf Eins ist mathematisch unendlich – von 1 auf 10 ist nur der Faktor 10! Der erste Schritt innerhalb eines nachhaltigen Konzeptes dürfte noch um einiges herausfordernder sein.

Vorhandene Probleme lösen, nicht neue Bedürfnisse herausfordern?

Worauf sollen sich Gründer konzentrieren, wenn es um das Geschäftsmodell geht? Auf der einen Seite ist das Schaffen von Bedürfnissen eine Möglichkeit, um einen noch gar nicht vorhandenen Markt zu bedienen. Die zweite Chance liegt darin, vorhandene Probleme zu lösen, was allerdings auch eine Art von Bedürfniserfüllen ist. Die Unterscheidung zwischen der Gründung eines Unternehmens (das „normale Startup“) und Entrepreneurship ist bei der Konferenz auch noch mal deutlich gemacht wurden.

Instrumente zum Entrepreneurship

Ganz nebenbei wurden auch einige hilfreiche Instrumente zum Entrepreneurship beschrieben, hier seien nur zwei ausgewählt:

Portal zum Gründen aus Komponenten

Zukünftiger Testmarkt für neue Produkte

Fazit

Aus einer philosophischen Perspektive leuchtet der Größenfluch und das ewige Zahlenwachstum ganz und gar nicht mehr so glänzend, wie die Aussicht auf ein gutes Leben. Wenn Ökonomie besser gekonnt werden kann, dann auf jeden Fall auch für ein besseres Leben des Einzelnen. Es genügt leider nicht zu wissen, man muss es auch anderen erklären können – gelingt das nicht, dann ist dieses Wissen blanke Verschwendung und darf in den Archiven, Datenbanken und Bibliotheken der Zukunft auf Wiederentdeckung hoffen!

Klar ist Werbung notwendig, es ist wie immer: es kommt darauf, wie genau man wirbt!

Silicon Valley war früher auch keine von Unternehmern durchsetzte Region, im Gegenteil! Jetzt sind dort, mitten in einer ehemaligen Pampa, Weltkonzerne angesiedelt, und alle Welt nimmt sich ausgerechnet das als Vorbild. Das ist auf jeden Fall kein geeignetes Vorbild für die vom Mittelstand geprägte Wirtschaft in Deutschland, auch wenn Medien, Berater und Beraterinnen uns das gern glauben machen wollen. Entrepreneurship im Mittelzentrum – ja natürlich! Egal ob wir und durch die Digitalisierung, eine Pandemie oder durch die Dekarbonisierung getrieben sind. Dass Wirtschaft auch anders geht, dass beweisen die erfolgreichen Projekte, von denen die Teekampagne nur ein Beispiel ist.

Hier schreibt der Unternehmensberater, Coach und Organisationsentwickler, mit viel Lust auf Marketing und Vertrieb. Ich bin auch Vortragsredner, Workshopleiter, Supervisor, Unternehmer seit 1991, Leipzig-, Eilenburg- und Berlin-Versteher sowie deutschsprachig weit unterwegs, von Herzen Nordsachse, Optimist in den meisten Fällen, Blogger, Fotograf, Trainer, auch Ausbilder für Autogenes Training – kurz: vielleicht auch dein Entwicklungsspezialist?
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