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Pflegepersonal sucht Hamburgs Nähe

Das nenne ich Organisationsentwicklung! Rund 2000 Mitarbeiter aus Krankenhaus und Pflege suchen in Hamburg einen neuen Job. Nicht, weil sie keinen hätten, sondern gerade weil sie einen Arbeitsplatz haben, den sie aber nicht mehr wollen. Sie wollen zurück, zum „städtischen Betrieb(en)“ Hamburg.

Die Probleme, die jetzt entstanden sind oder dadurch noch entstehen werden, können ernsthafte Lücken in der Versorgung ergeben. Warum will so viel Pflegepersonal zurück in kommunale Trägerschaft?

Die Privatisierung der Krankenhäuser und Pflegeheime ist in Hamburg abgeschlossen. Nun wollen rund 2000 Mitarbeiter zu ihrem alten Arbeitgeber, der Stadt, zurück. Aber die hat kaum Stellen anzubieten. FTD

Die Probleme die das Pflegepersonal u. a. hat, sind an sich bekannt:

  • schlechtes Images der Pflegebranche
  • im Alltag kaum Zeit die oft tief empfundenen Berufung „Pflege von alten und kranken Menschen“ im eigenen Betrachten „menschlich“ umzusetzen
  • oft unattraktive Verdienstmöglichkeiten
  • hohe Ausfallzeiten, dadurch häufig Vertretungsdienste
  • „Druck von allen Seiten“ – die Kosten sind zu hoch, Bewohner und Angehörige fordern zu Recht qualitativ hochwertige Pflege, Probleme im Pflege-Team werden nicht gelöst und stauen sich somit auf
  • Kultur des Träger-Unternehmens oder der Pflege-Teams, Pflege- und Sterbekultur überhaupt, geht in den täglichen Problemen nicht selten einfach unter oder wird gar als lästig angesehen.

Die stellvertretende Verdi-Landesbezirksleiterin Angelika Detsch zweifelt daran, dass die frei gewordenen Stellen ohne große Probleme wieder besetzt werden können. Ihrer Meinung nach wird der Beruf als Alten- oder Krankenpfleger immer unattraktiver, und es würde schon jetzt examiertes Personal fehlen. FTD

Bemerkenswert ist die Tatsache, dass diese Reaktion der Pflege-Mitarbeiter so nicht einkalkuliert wurde. So wird die Rückkehrwille der ehemaligen städtischen Pflege-Mitarbeiter der Stadt rund 75 Mio. Euro kosten (pro Jahr!), die offensichtlich nicht eingeplant waren. Aus meiner Sicht wird aber auch dem betroffenen Unternehmen ein erheblicher Mehraufwand für das Finden und Halten von geeigneten Personal entstehen. Ich bin gespannt, welche Personalentwicklungs-Maßnahmen in diesem Fall von den Verantwortlichen vorgesehen waren oder welche jetzt gerade durchgeführt werden!

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Hier schreibt der Unternehmensberater, Coach und Organisationsentwickler, mit viel Lust auf Marketing und Vertrieb. Ich bin auch Vortragsredner, Workshopleiter, Supervisor, Unternehmer seit 1991, Leipzig-, Eilenburg- und Berlin-Versteher sowie deutschsprachig weit unterwegs, von Herzen Nordsachse, Optimist in den meisten Fällen, Blogger, Fotograf, Trainer, auch Ausbilder für Autogenes Training – kurz: vielleicht auch dein Entwicklungsspezialist?
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