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Effektiver Umgang mit Auszeiten

Paradigmen brauchen ihre Zeit, bis sie geändert werden. In Deutschland gilt derjenige als fleißig, der unablässig sichtbar arbeitet. Nachteile dieser Sichtweise sind erstens: Jemand der sich ausruht, macht aus der Sicht des Beobachters vielleicht etwas Nicht-Sinnvolles. Zweitens: Jemand der nicht sichtbaren Leistung produziert, geht seiner Arbeit vielleicht auch nicht nach. In Anbetracht der sicher immer schöner werdenden Sommer in Mitteleuropa, scheint man das Ausruhen und Auszeiten allgemein langsam aus einem zusätzlichen Blickwinkel zu sehen. Wissenschaftler beginnen für Büroschlaf- Pausen zu plädieren. Gibt es den effektiven Umgang mit Auszeiten?

Zunächst gilt es einmal sich folgende Situation vorzustellen: Ihr Chef geht ca. 13.30 Uhr durch das Haus und bemerkt, dass ein Teil der Mitarbeiter schläft. Was wäre das für ein Bild? Sicher werden einige denken, was ist das für eine Firma? Ein Unternehmen in dem die Mitarbeiter nichts Besseres zu tun haben, als Mittags auszuruhen. Vielleicht denken aber auch einige, was für eine effektive und effiziente Organisation in diesem Unternehmen herrscht. Hier hat man erkannt, dass sich letztlich die Leistung steigern lässt, wenn man nicht am Körper des Menschen vorbei arbeitet.

Paradigmen-Wechsel

Ich denke, es wird der Tag kommen, da wir entweder über sehr viel mehr Klimaanlagen in unseren Büros oder Produktionshallen verfügen oder wir tatsächlich anders mit Pausen und natürlichen Rahmenbedingungen unseres Körpers umgehen. Wer kennt das nicht manchmal? Ich nenne es immer das „Suppenkoma“. Eine Zeit in der einfach nichts so recht gelingen mag. Gerade wenn es um kreative Prozesse geht, braucht man sich überhaupt nicht zu bemühen. Es würde kein oder nur wenig Sinnvolles als Ergebnis dieser Bemühungen stehen.

Erfahrungen sind schon da

Bisher sind es Unternehmer, Selbständige und Freiberufler, die diese Freiheit haben, ihre Arbeit einigermaßen so einzuteilen, dass die Herausforderungen in eine Tages-Zeit von wahrscheinlich hoher Leistungsfähigkeit fallen. Doch gestehen wir das auch den Angestellten und Arbeitern zu? Ich bin manchmal wirklich erstaunt, wenn ich mit meinem klimatisierten Auto an einer Straßenbaustelle im Sommer vorbeifahre, das Thermometer zeigt mehr als 30 Grad und die Arbeiter auf der Baustelle bringen gerade die Fahrbahndecke auf! Was würde passieren, wenn die Straßenbauarbeiter plötzlich nachts arbeiten oder erst am frühen Abend damit anfangen würden? Abgesehen davon, ob sie das wollten und ob es überhaupt möglich wäre, wären sie aber sicher nicht dieser großen Mittagshitze ausgesetzt.

Einwände

Sicher könnte man hier mit dem Argument kommen, dass ja die Zulieferer und alle anderen (incl. Kunden) auch zeitversetzt arbeiten und kaufen müssten. Doch einmal ganz ehrlich: Haben Sie schon mal in Spanien oder Italien Massen von Einheimischen beim Großeinkauf in der Mittagshitze beobachtet? Viele würden sich diesen Temperatur-Gegebenheiten einfach anpassen oder zumindest dafür Verständnis haben, wenn andere eine längere Mittagspause machen würden.

Kultur, Auszeiten & Effektivität

Ob das überhaupt mit unserer deutschen Mentalität von klarer Trennung zwischen Schaffen und Freizeit zu vereinbaren wäre, das wird sicher die Praxis zeigen. Die über ihre Zeit frei verfügen können, arbeiten ja schon so, sicher lässt sich die eine oder andere Erfahrung auch auf die Mehrheit von Leistungsträgern übertragen. Einen effektiven Umgang mit sinnvollen Pausen steigert die Leistungsfähigkeit (Effizienz), aus meiner Sicht und meinen Erfahrungen ist das unbestritten. Sicher wäre auch die Effizienz von Pausen zu erhöhen, wenn man entsprechende Techniken (Schlafen ist ja nur eine Form von Erholung) erlernt und einsetzen würde. Entspannungsübungen kennen aber leider in Deutschland meist nur diejenigen, die sie wirklich dringend brauchen.

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Hier schreibt der Unternehmensberater, Coach und Organisationsentwickler, mit viel Lust auf Marketing und Vertrieb. Ich bin auch Vortragsredner, Workshopleiter, Supervisor, Unternehmer seit 1991, Leipzig-, Eilenburg- und Berlin-Versteher sowie deutschsprachig weit unterwegs, von Herzen Nordsachse, Optimist in den meisten Fällen, Blogger, Fotograf, Trainer, auch Ausbilder für Autogenes Training – kurz: vielleicht auch dein Entwicklungsspezialist?
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Ein Kommentar zu “Effektiver Umgang mit Auszeiten”
  1. THL schreibt

    Sven Lehmann von SL | Marketing & Management schreibt über Sinn und Unsinn von Auszeiten
    Recht hat er: Auch ich nutze als Selbständiger meine persönlichen Tiefzeiten (nach dem Mittagessen) zum Ausspannen, möglichst mit einem kurzen Nicke…

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