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Coaching – Burnout-Phasen und Energieniveau

Coaching – Burnout-Phasen und Energieniveau. Als ich vor vielen Jahren zum ersten Mal von Burnout gehört habe, dachte ich ehrlich „wieder eine neue Beratungs-Sau, die durchs Dorf getrieben wird!.“, in der Zwischenzeit ist Burnout fast schon zu einer Modediagnose mutiert. Hier und da gilt es sogar schon als chic, und dem Karriere-Plan förderlich, mindestens eine „Ausgebranntheits-Phase“ schon einmal durchgemacht zu haben. Diese gewisse Popularität kann aber nicht über ein grundlegendes Problem hinwegtäuschen. Auf der einen Seite nimmt die Lust auf Individualität immer mehr zu, auch nach einem sehr individuell gestalteten Arbeitsleben, auf der anderen Seite ist die Zahl der Krankschreibungen aufgrund psychischer Ursachen seit Jahren erheblich steigend. Da das Thema Burnout auch im Coaching relevant ist, hier einmal ein Phasenverlauf aus eigener Beobachtung.

Dabei kommt es nicht nur auf den Phasen-Verlauf an, sondern natürlich darauf, was man tun kann, vor, in und nachdem, was gemeinhin als Burnout verstanden wird. Wichtigster Indikator für das Ausgebranntsein ist das Energieniveau, das ein Mensch aktuell und dauerhaft empfindet.

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Vor Burnout – WOLLEN

  • Motivation: hin zu „X“
  • Welt erobern
  • Ziele klar
  • ICH will und muss
  • Abhängigkeit
  • Normerfüllung
  • den Ernst des Lebens leben
  • Anerkennung von Außen
  • Orientierung im Außen
  • man muss „X“ erreichen
  • es sich und anderen beweisen (müssen)
  • Wegmüssen-Empfinden
  • leisten wollen
  • wenn ich hier bin, verpasse ich anders

In Burnout – MÜSSEN

Mir scheint nämlich nicht frei zu sein, wer nicht auch bisweilen nichts tut. Cicero

  • Motivation: weg vom Sinnlosen oder gar keine mehr!
  • denken vom Urlaub zu Urlaub, Frei zu Frei oder Wochenende zu Wochenende
  • Überflutung mit „als wichtig interpretieren“ Reizen
  • Abhängigkeit, Sinnverlust, Widerstände
  • Konformitäts-Druck oder Egal-Meinung
  • orientierungs- und ratlos
  • leisten müssen
  • massive körperliche, seelische und geistige Symptome
  • massiver Energieverlust
  • keine geeignete Anerkennung, Kompensationsversuche mit noch mehr Arbeit
  • Leere, „Realitäts-Schock“, Enge
  • Ziele unklar oder gar keine
  • ICH muss noch mehr oder nur noch

Nach Burnout – SEIN

  • Motivation: hin zu sich selbst und seinen Zielen
  • Lebensrollen im Fließgleichgewicht
  • Orientierung im Innen und im Außen
  • leisten können
  • Aufgabenerledigung erfüllt dauerhaft
  • Ganzheitsempfinden
  • Anerkennung von Innen
  • Ressourcen- und Potenzial-Zugang
  • innerer Reichtum
  • Selbstbestimmtheit
  • Selbstwirksamkeit
  • Selbsterfüllung
  • Da-Seins-Empfinden
  • Unabhängigkeit
  • Ziele klar
  • ICH bin
  • Weite
  • sich selbst neu er-finden

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Hier schreibt der Unternehmensberater, Coach und Organisationsentwickler, mit viel Lust auf Marketing und Vertrieb. Ich bin auch Vortragsredner, Workshopleiter, Supervisor, Unternehmer seit 1991, Leipzig-, Eilenburg- und Berlin-Versteher sowie deutschsprachig weit unterwegs, von Herzen Nordsachse, Optimist in den meisten Fällen, Blogger, Fotograf, Trainer, auch Ausbilder für Autogenes Training – kurz: vielleicht auch dein Entwicklungsspezialist?
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01.04.2013 - Artikel, Coaching - Kommentare per Feed RSS 2.0 - Kommentar schreiben -

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7 Kommentare zu “Coaching – Burnout-Phasen und Energieniveau”
  1. Sven Lehmann schreibt

    Wichtig ist unbedingt zu erwähnen, dass Burnout definitiv keine ICD-Codierung hat, also derzeit nicht als Krankheit „anerkannt ist“:

  2. Mirko Seidel schreibt

    Sieht man einmal davon ab, dass Burnout eine Modediagnose der Ärzte und Therapeuten geworden ist (ähnlich ADHS) und in der Geschäftswelt schon fast zum guten Ton gehört, ist es tatsächlich auch keine Krankheit. Burnout kann vielmehr als zusammenfassender Klammerbegriff für eine Vielzahl psychischer und physischer Einschränkungen und Störungen fungieren. Die Verwendung eines Überbegriffes führt in der Medizin und klassischen Therapie leider dazu, dass Betroffenen konfektionierte Lösungen angeboten werden.
    Burnout ist jedoch kein Massenphänomen, wie Schnupfen. Es ist ein individueller Persönlichkeitszustand, der einer individuellen Analyse und Bearbeitung bedarf. Jeder Burnout-Betroffene braucht seinen auf ihn abgestimmten „Heilungsplan“. Darauf ist das deutsche Gesundheitssystem jedoch nicht eingestellt.
    Burnout-Betroffene sind per se nicht krank. Burnout kann von Krankheiten begleitet sein die, beeinträchtigen sie das Alltagsleben des Betroffenen, auch behandelt werden müssen.
    Burnout-Betroffene sind ausgebrannt – geistig, körperlich und mental. Dagegen helfen (zumeist) keine Pillen. Die schnellste „Notfallhilfe“ für Burnout-Betroffene ist einfach und kostenlos – zuhören und ernst nehmen.

  3. Sven Lehmann schreibt

    Die Problematik, die ich noch sehe, ist die wirklich geringe Erfolgsquote bisheriger „Vermeidungs-Maßnahmen“ im Arbeitsalltag. Das Thema Ausgebranntsein ist keineswegs neu, viele Coaches, Trainer und Berater haben sich darauf spezialisiert, die Fehltage die ausgestellt auf krank aufgrund einer psychischen Überlastung ergehen, steigen – seit Jahren. Entweder sind die Maßnahmen dagegen ungeeignet oder die Belastungsfaktoren im Arbeits- und Lebensalltag haben derart zugenommen, dass man sozusagen gar nicht mehr hinterher kommt.

  4. Mirko Seidel schreibt

    Hier noch einige Gedanken zur Grafik, zunächst zur Vor-Burnout-Phase:
    In der Vor-Burnout-Phase ist das Verhältnis von „ICH will“ und „ich MUSS“ bedeutend. Bei 100% Energie werde ich es als „ICH will“ wahrnehmen, mit zunehmenden Energieverlust als „ich MUSS“. Es erfolgt eine Übergang von leisten wollen zu leisten müssen. Das wird durch den potentiell Burnout-Gefährdeten auch erkannt, jedoch unterdrückt durch Sicherheitsdenken, Verpflichtungen gegenüber anderen (z.B. Familie, Kindern) und einer Perspektivlosigkeit, in etwa „Was soll ich denn tun, ich kann ja nichts anderes“. Das Leben findet nicht im Jetzt statt, sondern in der Ferne, „später, wenn ich Geld verdient habe, dann mache ich dies und jenes“.
    Es steht die Frage, ob man bei „den Ernst des Lebens leben“ wirklich von „leben“ sprechen kann?
    Interessant wäre es, dem dargestellten Energieniveau das Motivationsniveau entgegenzustellen. Ich vermute, die Motivation sinkt sehr viel schneller, als die Energie. Der Zwischenraum beider Kurven ist dann vielleicht das, was man als „Herdentrieb“ oder Antrieb aus Angst bezeichnen kann.

  5. Sven Lehmann schreibt

    Oft sind Symptome im Bereich von Burnout auch folgende ein Rückzug von sozialen Bindungen und der Rückzug von der Bindung zu sich selbst. Es geht eben natürlich darum den Stress zu reduzieren aber auch in Wiederbeziehung zu sich selbst zu kommen. Sich neu finden oder auch er-finden ist wahrscheinlich eine der großen Herausforderungen vor und nach dem Burnoutsyndrom. Der Weg zum Ausgebranntsein ist schrittweise und kommt selten innerhalb kurzer Zeit zum tragen. Unterschiedliche Symptome auf verschiedenen Ebenen sind möglich. Gedanken, Verhalten, Gefühle und der Körper sind da nur vier mögliche Ebenen.

  6. Mirko Seidel schreibt

    Hier nun einige Gedanken zur Burnout-Phase: Ergänzen lässt sich das Geschriebene durch gefühlte Enge – „Das Korsett wird zu eng“, Rastlosigkeit und „Ich kenne mich nicht mehr“. Der Moment des Ausstiegs aus dem bisherigen Berufs- und Lebens-Alltag wird als tiefer Fall empfunden – inclusive dem Warten auf den Aufprall. Die Welt gerät – gefühlt – aus den Fugen. Aber vielleicht beginnt sie, in diesem Moment ins Lot zu kommen?
    Das vermeintlich immerwährende „Vorwärts“ – höher, schneller, weiter – findet ein abruptes Ende. Dann ist der Moment gekommen, in dem man im Leben zurück gehen muss, um voran zu kommen.
    Aus dem „Ich muss“ wird ein „Ich kann nicht mehr“. Der Prozess des Umdenkens und Zu-sich-selbst-Findens könnte eingeleitet werden, wenn aus dem Gedanken „Ich muss“ der Gedanke „Ich will“ wird.

  7. Mirko Seidel schreibt

    Hier nun abschließend noch einige Gedanken zur Nach-Burnout-Phase:
    In der Nach-Burnout-Phase hat sich (oder sollte sich) die Einstellung von „Ich MUSS“ zu „Ich WILL“ gewandelt haben. Das schließt nicht aus, dass es weiterhin äußere Zwänge gibt – das ist sogar mehr als wahrscheinlich. Jedoch steht auch hier immer im Vordergrund „ICH will es“. Aus dem Leisten-Müssen der Vor-Burnout-Phase wird ein Leisten-Wollen. Das Leben im Jetzt statt, Selbst-Erkenntnis, Selbst-Bewusst-Sein und Selbst-Beachtung stehen vor dem Hinterherhasten nach immer und immer mehr. Ich behaupte sogar, materielles Denken außerhalb des zum Leben Notwendigen, treten in den Hintergrund.
    Wie dargestellt, steigt die Energiekurve zunächst steiler an. Die Motivationskurve wahrscheinlich weniger steil, bis sich beide angleichen.

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