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Blog – Filter, Sonntags – Verlage & Marken – Wandel

Es ist schon erstaunlich, aber ein Monat ist wieder ins Land gegangen. Die aktuelle Ausgabe der absatzwirtschaft liegt auf meinem Schreibtisch und ich hab für Sie reingeblättert, was man so für neu genug hält, um es mit einem, vielleicht auch nur kleinen, Beitrag zu würdigen. Von Marken, die zurückkommen, von Verlagen, die von Sonntagen träumen und Filterprogrammen, die Blogs durchsuchen. Blog-Filter, Sonntags-Verlage, Marken-Wandel und der Hang zur Authentizität.

Fangen wir bei den Blogs an

  • Während in Deutschland das Thema Blog noch immer nicht bei den Unternehmen angekommen ist, sei es nun aus Ignoranz oder Unkenntnis heraus, entwickelt man bereits Software, die Blogs und andere „Web 2.0-Errungenschaften“ gezielt filtern kann. Wonach werden Sie fragen? Was ist so bedeutend an einem Blog. Da steht doch meist nur Belangloses oder Langweiliges drin. Die Firma SPSS Inc. meint das ganz und gar nicht.

… Einträge in Blogs behandeln häufig alltägliche Verbraucher-Themen und enthalten umfangreiche Informationen zu Trends und Bedürfnissen. Unternehmen können Webtagebücher zudem als kostenloses Stimmungsbarometer nutzen. Außerdem erhalten sie Informationen über die Sprache, die ihre Zielgruppe verwendet. … Pressemeldung 12.2006, Web-Tagebücher bieten sofort verfügbare Informationen für das Marketing, www.spss.com

  • Eine Randnotiz in der absatzwirtschaft bemerkt sinngemäß: Kommunikationsexperten würden davon ausgehen, dass zukünftig die Kaufentscheidung durch Blogs & Co. weiter steigen wird. Was für eine Erkenntnis? Zugegeben: In deutschen Landen dauert es sicher etwas länger und wird ganz sicher ganz sicher gemacht, aber langsam wird das Potenzial, das Weblogs oder auch Podcast heute schon haben erkannt.

Von den Sonn(en)tagen, da träumen die Verlage

Ist es Ihnen auch schon aufgefallen? Die Werbung von Verlagen wird freundlicher. Wie ich das meine? Ganz einfach: Wenn Sie noch vor einem halben Jahr Probe-Abbo-Werbung bekommen haben, dann mussten Sie sich selbst darum bemühen, dass es endet, sofern Sie die Zeitung nicht überzeugend fanden. Heute schießen die Angebote für Probe-Abbos, wie Pilze aus dem Boden, in denen man freundlich darauf hinweist, dass das Probe-Abbo ganz von allein endet. Ich finde das einen echten Fortschritt! Doch was sagt uns das? Die Zeitungs-Verlage haben echte Probleme. Die Auflagen gehen vielen Orts zurück. Doch ein Lichtblick winkt am Zeitungs-Horizont. Eine aktuelle Studie des Springer-Verlages meint frühere Untersuchungsergebnisse bzgl. der Sonntags-Lese-Freundlichkeit bestätigt zu sehen.

Dem Sonntag wird nach wie vor eine einzigartige Stimmung zugeschrieben, an dem besonders ausführlich und intensiv gelesen wird. absatzwirtschaft, 2 / 2007, Seite 86

Es soll neue (kleinere) Formate geben und eben die offensichtliche Sonntags-Lesewut der Deutschen aufs Korn genommen werden. Ich freue mich schon auf die freundlichen Probe-Abbo-Werbe-Aktionen für die Sonntags-Frühstückszeitungen. Vielleicht schafft es ja der eine oder andere Verlag festzustellen, dass mehrere Kilogramm Sonntagszeitung sonntags einfach nicht durchgelesen werden (können).

Marken, die baden gehen?

Da sind wohl eindeutig Vertrauen und Überzeugungskraft von den so tollen trendigen Marken in Frage gestellt. Michael Coenen geht in seinem Artikel „Die Suche nach der Glaubhaftigkeit“ der Frage nach: Was kann ein Mensch in Deutschland (wir nennen ihn Verbraucher) eigentlich noch glauben? Es gibt z. B. Marken unter deren Dach immer alles billiger wird – jeden Tag. Zurecht greift Coenen sinngemäß die Frage auf: Warum manche klein-geborenen Auto-Marken nach vielen Jahrzehnten so teuer sind wie große Auto-Marken früher oder heute gar Elefanten zur Welt bringen (müssen)? In seinem Artikel lese ich viele Beispiele dafür, dass das Vertrauen der Menschen in sinnlose (weil nutzlose!) pr-optimierte Werbeversprechen ganz einfach in Misstrauen umgeschlagen ist. Vielleicht kommt der eine oder andere Werbeprofi ja doch noch auf die Idee, dass seine so geschätzten Verbraucher möglicherweise einfach die Nase voll haben, blödsinnige Superlative um die Ohren geschlagen oder aufs Auge gedrückt zu bekommen.

Etwa in der Mitte von Coenens Artikel stoße ich auf zwei Sätze, die ich besonders interessant finde:

Kein Verbraucher möchte mehr von hochfliegenden Perfektionsklischees niedergehalten werden. Sympathie und Glaubwürdigkeit erzeugt nur, was authentisch und menschlich ist. Coenen, absatzwirtschaft 02 / 2007, Seite 34

An dieser Stelle schließt sich der Bogen vom Anfang meines Blätterns. Authentizität und Menschlichkeit – bei Marken und im Marketing? Wenn die Hochglanzprospekte blenden, die Werbeslogans zu holen Phrasen verkommen und die PR-Abeilungen das geschliffene Wort bemühen, um Glaubwürdigkeit wieder herzustellen, dann macht die ganze Sache einfach wenig Sinn!

Fazit – Der lange Weg zur Authentizität

Vielleicht stellen Blogs ja nicht nur Objekte der analytischen Begierde von so genannten Marketing-Fachleuten dar, sondern befördern eine (alte) Werbeweisheit in einem neuen Gewand: Werbung muss wahr sein! Es ist zur Genüge bekannt, dass ein nicht authentisch geschriebenes Blog, auf kurz oder lang, zu Misserfolg führt. Erfolgreiche Blogs werden immer von authentischen Menschen geschrieben.

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Hier schreibt der Unternehmensberater, Coach und Organisationsentwickler, mit viel Lust auf Marketing und Vertrieb. Ich bin auch Vortragsredner, Workshopleiter, Supervisor, Unternehmer seit 1991, Leipzig-, Eilenburg- und Berlin-Versteher sowie deutschsprachig weit unterwegs, von Herzen Nordsachse, Optimist in den meisten Fällen, Blogger, Fotograf, Trainer, auch Ausbilder für Autogenes Training – kurz: vielleicht auch dein Entwicklungsspezialist?
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26.01.2007 - Artikel, Marketing - Kommentar schreiben -

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