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Krise durch die Hintertür – wenn der Mitarbeiter systemisch weg bleibt

Mitarbeiterbindung und -gewinnung. Damit es den Blick zu den Sternen nicht braucht!

Die Krise, die durch die Hintertür kam – wenn der (dein) Mitarbeiter weg bleibt. Wer einen Beweis für die Nützlichkeit vom Denken in großen Zusammenhängen braucht, der schaut sich bitte die derzeitige Situation vieler Unternehmen in Deutschland an, insbesondere des Mittelstandes. Dass systemisch zu denken und zu handeln, eine Voraussetzung für die erfolgreiche Unternehmensführung ist, würde zwar kaum jemand im Jahr 2018 bestreiten, aber wie weit das geht, ist dann doch noch mal eine Frage. Die Krise um die Leistungsträger (Mitarbeiter, Fachkräfte, Führungskräfte) im Unternehmen zeigt einmal mehr, es reicht nicht aus, sich systemisch nur in Zahlen und Märkten zu bewegen!

Welche Kopfstände derzeit gerade Mittelständler üben, um an tolle, intelligente und motivierte Mitarbeiter zu gelangen, gleicht schon einen wenig einem Zirkus. Hätte das jemand vor 20 Jahren in ein Buch zur Fachkräftesicherung geschrieben, niemand hätte es beachtet. Heute hat sich die Bewerbungssituation für gute Fachleute quasi um 180 Grad gewendet! Fragte früher der Personaler oder Geschäftsführer (Inhaber) den Bewerber, warum man denn nun gerade ihn einstellen sollte, ist heute die zentrale Frage, die sich das Unternehmen anhören darf:

Können Sie mir bitte sagen, warum ich ausgerechnet bei Ihnen anfangen soll?

.. und glauben Sie mir, die überzeugende Antwort darauf, fällt den Unternehmern und Unternehmerinnen genauso schwer, wie den Bewerbern vor 20 Jahren.

Wenn der Standort des Unternehmens nicht gerade das Zentrum einer attraktiven großen Stadt ist, steigt die Argumentationsnotwendigkeit pro dem Arbeitsbeginn in diesem Unternehmen um ein Vielfaches!

Visionen, Motive und Sinn im Arbeitsalltag

Wer jetzt glaubt, da ich junge und tolle Mitarbeiter habe, kann ich mich in „Mitarbeitersicherheit“ wiegen, der irrt gewaltig. Es braucht letztlich regelmäßig eine potenzielle Antwort auf die Frage:

Können Sie mir bitte sagen, warum ich ausgerechnet auch morgen noch bei Ihnen arbeiten soll?

Personalverantwortlichen, Geschäftsführen und Inhabern muss klar sein, dass die Bindung eines Mitarbeiters heute auf Dauer nicht im monetären Bereich liegen kann. Wer auf die beiden oben genannten grundsätzlichen Fragen eines jeden Mitarbeiters nur Worthülsen parat hat, der darf sicher sein, sein Problem mit der Mitarbeiterbindung und Mitarbeitergewinnung wird sich dauerhaft nicht lösen lassen.

Karrieredenken lässt kaum Raum für Handwerk

Auf einem der vielen Neujahresempfänge in der Leipziger Region trat die Forderung nach einer Aufwertung des Handwerkers und dem daraus folgenden Lebenskonzept (wieder einmal) lautstark in den Vordergrund. Die Ursachen für das heute oft ausschließliche Karrieredenken junger Leute innerhalb von akademischen Lebenswegen liegt unter anderem auch in der Frage von damals begründet, warum denn nun jemand in einem Unternehmen eingestellt werden soll oder nicht! Das wertet man auch nicht mit einer Kampagne für das Handwerk auf, was die Branche vor einiger Zeit aus meiner Sicht vorbildlich getan hat. Das reicht aber nicht.

Überlastung und Unterforderung sind zwei Ursachen mit der selben Auswirkung – Burnout

Wie vielfältig Maßnahmen sein können und müssen, um eine Unternehmenskultur zu leben, in der ein Mensch gern lebt und arbeitet, zeigt sich auch an dem Thema Gesundheit. Burnout ist dabei nur die Spitze vom Eisberg der Mechanismen, die in Leistungswelten Menschen am Sinn ihres täglichen Arbeitens zweifeln lassen. Wird hier kein „Gegengewicht“ geschaffen, kann das Geld noch so üppig sein, die Mitarbeiterfluktuation wird nicht aufzuhalten sein.

Unternehmenskultur und Führung

Wie sehr die Unternehmenskultur durch die Führungskultur beeinflusst wird, kann der Unternehmer sich an zahlreichen und immer auch aktuellen Veröffentlichungen herleiten. Studien zur Mitarbeiterführung oder im allgemeinen dem Thema Personal im Mittelstand gibt es zahlreich. Interessant ist dabei zu sehen, dass sich bei der Bedeutung von Führung die Geister scheiden. Tatsächlich gibt es (noch) erfolgreiche Mittelständler, denen die Führungskultur egal ist, während andere hier einen Schlüssel zur Mitarbeiterbindung und -gewinnung sehen!

Keine Vision oder Leitbild – Pech gehabt!

Und noch ein heißes Thema beschert uns eine Krise durch die Hintertür! Wenn Leitbilder oder Visionen im Unternehmen oder einzelnen Projekten fehlen, muss man leider sagen: Pech gehabt! Wenn der mögliche neue Mitarbeiter keine attraktive Unternehmenskultur erkennt, was er zum Beispiel an einem Leitbild tun könnte, dann wird er sich schlicht für das Unternehmen, das so viele freie Stellen zu besetzten hat, nicht interessieren – Ende!

Lösungen zur Mitarbeiterbindung und -gewinnung

Lösungen für diese Krise, die scheinbar wie durch eine Hintertür, erfolgreiche Unternehmen ins Wanken bringt sind vielfältig und immer auf den Einzelfall angepasst zu entwickeln! Die Zeit der Patentrezepte ist hier vorbei! Mindestens muss ein systemischer Ansatz in den Unternehmen her, die davon betroffen sind. Stückwerk, ein paar Stellschrauben hier und da gedreht, das ist nicht nur überflüssig, sondern schlicht sinnlos. Es braucht ein völlig neues Selbstverständnis der Zusammenarbeit. Das ist nicht meine alleinige Meinung, sondern wird heute unter den Stichworten New Work, Mittelstand 4.0, Arbeiten 4.0, Agile und weitere FLÄCHENDECKEND im Land diskutiert. Freilich auch mit dem Effekt, dass in den dort beschriebenen Lösungen nun wieder der jeweils einzig wahre Weg gesehen wird, was auch wiederrum schlicht falsch ist.

Was es da braucht, kann nur in einem gemeinsamen Prozess entwickelt werden, hier könnte ein Prozessberater, Unternehmensberater oder Coach schon mal eine sehr hilfreiche Stütze sein, müsste man halt nur mal nachfragen, was da gehen könnte.

Erfahren Sie mehr dazu:

Hier schreibt der Unternehmensberater, Coach und Organisationsentwickler, mit viel Lust auf Marketing und Vertrieb. Ich bin auch Vortragsredner, Workshopleiter, Supervisor, Unternehmer seit 1991, Leipzig-, Eilenburg- und Berlin-Versteher sowie deutschsprachig weit unterwegs, von Herzen Nordsachse, Optimist in den meisten Fällen, Blogger, Fotograf, Trainer, auch Ausbilder für Autogenes Training – kurz: vielleicht auch dein Entwicklungsspezialist?
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