Pflegemitarbeiter stärker belastet als Bauarbeiter?
Neben der dauernden psychischen Herausforderung in der Pflege, ist die körperliche Belastung auf keinen Fall zu vernachlässigen und oft Grund genug für einen Ausfall von Pflegemitarbeitern. Was kann man dagegen tun? Gibt es Möglichkeiten, die Belastungen im Pflege-Alltag auf ein handhabbares Maß zu reduzieren?
Auf der Konferenz von EUROFORUM zum Thema Die Zukunft der Pflegeeinrichtung hat Friedhelm Fiedler von Pro Seniore in seinem Vortrag auch über Praxisbeispiele zur Reduzierung von körperlicher Belastung in der Pflege gesprochen. Pro Seniore setzt u. a. folgende Instrumente ein:
- Gute Erfolge erzielte bisher der Einsatz von Muskeltraining für die Pflege-Mitarbeiter. Hier soll der Effekt schon nach kurzer Zeit merkbar sein. Das Muskeltraining wird von einem speziellen Trainer geleitet.
- Auch mit dem Einsatz von Yoga wird experimentiert. Effekte sind hier allerdings nicht so rasch zu erzielen.
Entsprechend einer Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin sind Mitarbeiter in der Pflege sogar stärker belastet, als Bauarbeiter, wenn es um das schwere Heben geht.
Bei Belastungen im Pflegebereich denkt man eher an psychische als an körperlich belastende Anforderungen. Doch nach den Ergebnissen der repräsentativen Erwerbstätigenbefragung, die die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA; www.baua.de) und das Bundesinstitut für berufliche Bildung (BIBB; www.bibb.de) gemeinsam durchführten (BIBB/BAuA Befragung 2005/2006), zeichnen sich Pflegeberufe auch durch besondere körperliche Belastungen aus. Langes Stehen, schweres Heben und Zwangshaltung sind typische Belastungen für die Pflegeberufe. pflegen-online.de
Grundsätzlich ist es von großer Bedeutung die Belastungen im Pflege-Alltag, ob nun psychisch oder physisch, zu reduzieren. Weitere nützliche Elemente können auch:
- autogenes Training
- Supervision für Teams in Pflege und dem gesamten Pflege-Umfeld überhaupt
- Coaching von Pflege-Mitarbeitern
Wichtig ist aus meiner Sicht nur die regelmäßige Anwendung und die erfolgreiche Verhaltensveränderung im Pflege-Alltag. Daran wird der Erfolg von Maßnahmen zur Reduzierung von Belastungen letztlich gemessen werden.
Lesen Sie weiter dazu:
- Vortragsreihe - konsequente Führung im PDL- & HL-Alltag
- Pflege-Mitarbeiter gewinnen, binden und motivieren
- Mehr Qualität durch noch mehr Kontrolle?
- Probleme der Personalentwicklung in der Pflege - Wenn Veränderungen Not tun!
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28.11.07, Artikel, PE Pflege
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