Führungs - Etage: Weibliche Eigenschaften unerwünscht!
Nach einer repräsentativen Befragung der German Consuling Group unter 220 männlichen Führungskräften gaben 94 Prozent der befragten Manager an, daß "weibliche Talente" im Top-Management keinerlei Mehrwert für ein Unternehmen bringen.
Zu den "typisch weiblichen" Eigenschaften ordneten die Bosse:
- Team-Fähigkeit / Diplomatie (81 %)
- Bescheidenheit (77 %)
- Konsens- / Konfliktfähigkeit (75 %)
- Begeisterungs-Fähigkeit (73 %) und
- soziale Kompetenz (64 %).
Das dies besonders wichtige Eigenschaften im Top-Management sind, sieht jedoch nur die Minderheit der Befragten!
Dagegen sehen über 70 Prozent der befragten Männer solche Talente wie:
- Entschluss-Fähigkeit
- Delegations-Fähigkeit
- Durchsetzungs-Kraft
- Selbstvertrauen / Risiko-Bereitschaft
als besonders wichtig an und eben als "typisch männlich".
Wenn Frauen im Top-Management vorrankommen wollen, müßten sich sich so wie die Männer verhalten, dann könnten sebstverständlich auch Frauen erfolgreich Karriere machen.
Bedenklich
Einmal abgesehen davon, daß es eben offensichtlich die typische Einteilung in weibliche und männliche Eigenschaften gibt und diese wohl auch kaum überwunden werden kann, bleibt die Frage offen, warum dann viele Unternehmen trotzdem oft genug ins Schleudern kommen???
Da werden Millionen Euro in den Sand gesetzt, Abeilungen ausgegliedert, um sie später wieder einzugliedern. Entscheidungen schnell getroffen, die sich wenig später als nicht tragfähig erweisen. Die Zahl der Firmen-Insolvenzen ist zwar rückläufig, aber wenn diese Eigenschaften so bedeutend für ein Unternehmen sind, warum sind sie dann immer noch so hoch?
Fazit
Eine nicht ganz ernst gemeinte Zusammenfassung:
"Passe dich an und du bist erfolgreich!"
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02.09.05, Artikel, Führung & Management
3 Kommentare, TrackBack-URL
3 Kommentare bisher
Wenn das Top-Management in diesem Punkt nicht umdenkt wird unsere Gesellschaft die sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen der nächsten 30 Jahre nicht meistern.
Hallo Herr Hochmann und herzlich Willkommen auf den Streuverlusten!
Das ist von Ihnen m. E. etwas überspitzt dargestellt, aber trifft den Kern absolut!
Ein interessanter Artikel. Er erklärt,
(1) weshalb sich so viele Kundinnen im Coaching für die Entwicklung der "typisch" männlichen Attribute interessieren: sie haben offenbar die Bescheidenheit, ihre "Defizite" zu erkennen und die soziale Kompetenz und Begeisterungsfähigkeit, auch proaktiv daran zu arbeiten; und
(2) weshalb sich umgekehrt viel weniger Kunden für die als "weiblich" erkannten Fähigkeiten interessieren; allerhöchstens geht es noch darum, Konflikte trickreich zu bewältigen - ein Konsens ist da nur selten von Interesse.
Alles in allem keine besonders schöne Eintragung ins Stammbuch von uns Männern - schade.
Beste Grüße
Dr. Leopold Faltin, Wien
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